Abriss am Tagebau - Klimaschützer kritisieren Laschet

Der Ausstieg aus der Braunkohle ist beschlossene Sache - allerdings erst 2038. Doch in Lützerath werden ehemalige Wohnhäuser abgerissen. Klimaschützer sehen NRW-Ministerpräsident Laschet in der Verantwortung.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
In Lützerath haben Bagger mit dem Abriss von ehemaligen Wohnhäusern begonnen. Lützerath ist eines der Dörfer, die dem von RWE Power betriebenen Braunkohletagebau Garzweiler II weichen sollen. Braunkohlegegner protestieren gegen den Abriss.
In Lützerath haben Bagger mit dem Abriss von ehemaligen Wohnhäusern begonnen. Lützerath ist eines der Dörfer, die dem von RWE Power betriebenen Braunkohletagebau Garzweiler II weichen sollen. Braunkohlegegner protestieren gegen den Abriss. © David Young/dpa
Lützerath

In der Nähe des rheinischen Tagebaus Garzweiler haben am Montag Klimaaktivisten gegen den Abriss von leerstehenden, ehemaligen Wohnhäusern protestiert.

Etwa 50 Braunkohlegegner waren in der Ortschaft Lützerath dabei. Unter anderem hätten sich Beteiligte vor einen anfahrenden Tieflader gesetzt, sagte eine Polizeisprecherin. Sie seien weggetragen worden. Andere Demonstranten versuchten, über Absperrungen zu klettern. Lützerath ist eines der Dörfer, die dem von RWE Power betriebenen Braunkohletagebau Garzweiler II weichen sollen. "Die Arbeiten sind lange genehmigt", erklärte RWE über den Rückbau.

Klimaschützer kritisierten wegen der Arbeiten den neuen CDU-Vorsitzenden und NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet. "Während halb Deutschland rätselt, was von #Laschet künftig zu erwarten ist, zerstören Bagger in NRW das Dorf Lützerath", schrieb Luisa Neubauer, Aktivistin der Klimaschutzbewegung Fridays for Future, auf Twitter. Greenpeace kritisierte, Laschet lasse "Dörfer für den Klimakiller Braunkohle zerstören".

Oliver Krischer, Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, forderte, dass keine weiteren Dörfer rund um Garzweiler abgerissen werden sollten - zumindest bis Gerichtsverfahren entschieden seien. "Die Umsiedlung und damit der Verlust des Zuhauses ist nicht hinzunehmen für eine Energiegewinnung, die dem letzten Jahrhundert angehört", teilten die Aktivisten in Lützerath mit.

Bis zum Ausstieg aus der Braunkohleförderung im Jahr 2038 sollen nach den Plänen der NRW-Landesregierung noch weitere fünf Ortschaften verschwinden. Der lange umkämpfte Hambacher Forst am Tagebau Hambach soll dagegen erhalten bleiben.

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einer Hundertschaft im Einsatz. Insgesamt wurde die Lage als verhältnismäßig ruhig beschrieben. Zudem waren demnach Sicherheitskräfte von RWE vor Ort, um die Abrissarbeiten im Dorf zu begleiten.

© dpa-infocom, dpa:210118-99-73937/2

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen