Tödliche Kita-Unfälle - Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit

Der Schock nach gleich zwei tragischen Unfällen mit toten Kita-Kindern in NRW ist groß. Gleichzeitig hat die Suche der Ermittler nach Verantwortlichen begonnen.
| dpa
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Nach dem Tod eines zweijährigen Jungen in einer städtischen Mini-Kita in Gelsenkirchen ermittelt die Polizei "in alle Richtungen".
Nach dem Tod eines zweijährigen Jungen in einer städtischen Mini-Kita in Gelsenkirchen ermittelt die Polizei "in alle Richtungen". © Federico Gambarini/dpa

Gelsenkirchen/Lemgo (dpa) - Nach den tragischen Todesfällen von zwei Kita-Kindern in Nordrhein-Westfalen ermitteln die Behörden wegen fahrlässiger Tötung.

In Gelsenkirchen richte sich der Verdacht nach dem Tod eines Zweijährigen gegen zwei Erzieherinnen (24 und 36), wie die zuständige Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens am Mittwoch mitteilte. In Lemgo im Kreis Lippe ermittelt die Staatsanwaltschaft Detmold gegen einen 46-Jährigen, der auf dem Gelände einen Anhänger abgestellt haben soll, der für einen Fünfjährigen am Dienstag zur tödlichen Falle wurde.

Bereits am Montag hatte der erste tragische Unfall aus Gelsenkirchen erschüttert: Ein Zweijähriger war während der Mittagsschlafzeit erstickt. Wegen der Position, in der der Junge gefunden wurde, wird vermutet, dass er sich in einem Etagenbett eingeklemmt hatte. Die genauen Abläufe würden weiter untersucht.

Erzieher hatten den Jungen nach dem Mittagsschlaf in der Einrichtung leblos aufgefunden. Er war reanimiert worden, aber kurz danach gestorben.

Der Junge habe in dem Etagenbett unten gelegen und möglicherweise die Bodenplatte des darüberliegenden Bettes hochgedrückt. Dann sei sein Kopf vermutlich zwischen dem Bettrahmen und der Bodenplatte des oberen Bettes eingeklemmt worden, hatte ein Sprecher der Stadt am Dienstag geschildert. Die Erzieherinnen hätten direkt vor dem Ruheraum gesessen, aber das Unglück nicht bemerkt.

Am Dienstag hatte es in einer Kita in Lemgo ebenfalls einen tragischen Todesfall gegeben: Ein Fünfjähriger war beim Spielen auf dem Außengelände zwischen der Kippvorrichtung und dem Fahrgestell des Anhängers eingeklemmt worden. Rettungskräfte konnten das Kind zwar befreien, doch es starb noch vor Ort. Die Obduktion des Jungen habe gezeigt, dass er an den Folgen der bei dem Unfall erlittenen Verletzungen gestorben sei.

Am Mittwoch geriet ein 46-Jähriger wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in den Fokus: Der Mann aus dem Ort soll den Anhänger auf dem Kita-Gelände abgestellt haben, weil damit Sperrmüll abtransportiert werden sollte. Zum Zeitpunkt des Unfalls sei der zwei mal drei Meter hohe Anhänger mit kippbarer Ladefläche noch nicht beladen gewesen. Er gehöre dem kirchlichen Träger des Kindergartens.

Die Ermittlungen dauerten an. So konnten noch nicht alle in Frage kommenden Zeugen und Zeuginnen befragt werden. Die Mitarbeiter, Angehörigen und Kinder in der Einrichtung seien vom Geschehen schwer schockiert, hatte ein Sprecher der Polizei in Lippe gesagt. Man müsse sehr behutsam vorgehen. Den Angaben des Staatsanwalts zufolge gibt es offenbar keine erwachsenen Augenzeugen des Geschehens.

© dpa-infocom, dpa:210901-99-48946/6

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