Brasilien: Über 500.000 Corona-Tote und neue Proteste

In Brasilien greift das Coronavirus weiter gefährlich um sich, rund 80.000 neue Fälle werden pro Tag gezählt. Das Krisenmanagement von Präsident Jair Bolsonaro verärgert immer mehr Menschen.
| dpa
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Demonstranten gehen in Sao Paulo gegen die Corona-Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straße.
Demonstranten gehen in Sao Paulo gegen die Corona-Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straße. © Adeleke Anthony Fote/TheNEWS2 via ZUMA Wire/dpa
Brasília

In ganz Brasilien sind Tausende Menschen gegen die Corona-Politik des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straßen gegangen.

In der Hauptstadt Brasília sowie 14 Provinzhauptstädten forderten sie am Samstag mehr Impfungen und wirtschaftliche Unterstützung in der Corona-Krise, wie die Nachrichtenplattform "G1" berichtete. Auch Bolsonaros Rücktritt wurde verlangt. Die Behörden teilten derweil mit, dass Brasilien als zweites Land der Welt mehr als eine halbe Millionen Corona-Tote verzeichnen musste.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Samstag starben in dem größten Land Lateinamerikas bislang 500.800 Menschen im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19. Bislang gibt es nur in den Vereinigten Staaten mit knapp 602.000 Opfern mehr Corona-Todesfälle. Die Zahl der Corona-Infektionen liegt für Brasilien bei fast 18 Millionen. Jeden Tag kommen derzeit rund 80.000 nachgewiesene Fälle hinzu. Knapp 30 Prozent der Menschen im Land haben bislang eine erste Impfdosis erhalten, etwa elf Prozent sind vollständig geimpft.

Die Regierung des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro verharmloste die Pandemie von Anfang an und stemmte sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen gegen harte Ausgangsbeschränkungen. Zuletzt zog Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Bolsonaros Krisenmanagement in der Pandemie.

Die Kritik der Demonstranten reichte am Samstag auch über das Corona-Krisenmanagement hinaus. Die Menschen verlangten auch mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger und die Umweltzerstörung sowie die Achtung der Rechte indigener Völker.

© dpa-infocom, dpa:210620-99-65846/4

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