Mediziner fürchten Verdopplung der Corona-Intensivpatienten

Die Zahlen steigen und steigen. Immer mehr Neuinfizierte müssen ins Krankenhaus. Ärzte schlagen Alarm.
| dpa
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Ein Rettungswagen vor der Notaufnahme: Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus hat mit über 200 den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht.
Ein Rettungswagen vor der Notaufnahme: Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus hat mit über 200 den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. © Julian Stratenschulte/dpa
Berlin

Mediziner befürchten eine Verdopplung der Corona-Patienten auf Intensivstationen.

Schon jetzt müssten mit knapp 2500 Fällen genauso viele Corona-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen versorgt werden wie zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr bei der zweiten Corona-Welle, sagte Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). In den kommenden Wochen werde sich die Zahl voraussichtlich fast verdoppeln, wenn die Neuinfektionen weiter so steigen wie bisher.

"Bei einer Inzidenz von 300 erwarten wir bundesweit etwa 4500 Covid-Patienten mit großen regionalen Unterschieden", warnte Karagiannidis. Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Tagen steil gestiegen, am Sonntag lag die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner bei knapp unter 200.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek warnte in der Zeitung: "Eine weitere Verdoppelung würde zahlenmäßig weit über den Höchstwerten der vergangenen Wellen liegen und von unserem Gesundheitssystem in Deutschland nicht mehr verkraftet werden." Eine der Hauptursachen sieht der CSU-Politiker in der niedrigen Impfquote. "Auch in Bayern fluten insbesondere die Ungeimpften unsere Krankenhäuser. Zu mehr als 90 Prozent sind das Patienten, die die Chance auf eine Impfung bis heute ausgeschlagen haben", sagte Holetschek.

Intensivmediziner Karagiannidis hält längerfristige Voraussagen über den Verlauf der Pandemie für schwierig. Man könne anhand der Inzidenzen relativ klar vorhersehen, was in den nächsten Wochen passiere. "Was wir nicht vorhersehen können, ist, auf welchem Niveau das Ganze zum Stillstand kommt", sagte er. So sei unklar, welchen Effekt 2G-Regeln und Auffrischungsimpfungen hätten oder ob die Bevölkerung ihr Verhalten ändere. "Wir navigieren gerade ohne GPS durch den Nebel", sagte Karagiannidis.

© dpa-infocom, dpa:211108-99-910630/2

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