Lebenslange Haft für Mord an zwei Schwestern in London

Die Tat erregte international viel Aufsehen: In einem Londoner Park werden zwei Frauen getötet. Verantwortlich ist ein junger Mann, sein Motiv ein "Pakt mit dem Teufel".
| Von Benedikt von Imhoff, dpa
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Blumen liegen am Eingang des Fryent Country Park in Wembley, wo die beiden Schwestern getötet wurden.
Blumen liegen am Eingang des Fryent Country Park in Wembley, wo die beiden Schwestern getötet wurden. © Dominic Lipinski/PA Archive/dpa
London

Eine grausame Tat - und ein Motiv, das viele Briten fassungslos macht: Ein 19-Jähriger hat in einem Londoner Park zwei Schwestern getötet. Als Grund vermutet das Strafgericht Old Bailey in der britischen Hauptstadt, der junge Mann habe einen "Pakt mit dem Teufel" geschlossen.

Das legt ein mit seinem Blut unterschriebener "Vertrag" nahe, der in der Wohnung des jungen Mannes gefunden wurde. Darin versprach er, "Satan" alle sechs Monate sechs Frauen zu opfern - also zu morden. Im Gegenzug sollte er einen millionenschweren Lottogewinn machen.

Schuldig gesprochen ist der Mann bereits, an diesem Mittwoch soll das Strafmaß verkündet werden. Erwartet wird, dass er eine lebenslange Haftstrafe erhält. Die Verteidigung machte keine psychischen oder gesundheitlichen Probleme geltend.

Der zur Tatzeit 18 Jahre alte Mann hatte 2017 und 2018 an einem Deradikalisierungs-Programm teilgenommen, nachdem er rechtsradikale Propaganda geteilt hatte. Die 46 und 27 alten Schwestern waren Zufallsopfer, wie das Gericht annimmt.

Sie hatten in dem Park im Londoner Nordwesten den Geburtstag der Älteren gefeiert. Als ihre Gäste weg waren, blieben sie noch da, zündeten Lichter an und tanzten. Dutzende Selfies zeugen von einer ausgelassenen Atmosphäre in der Nacht zum 6. Juni 2020. Auf dem letzten Bild ist zu sehen, wie die Schwestern überrascht zur Seite schauen - womöglich sahen sie dort ihren Mörder. Die Leichen wurden erst nach mehr als einem Tag vom Freund der Jüngeren gefunden.

Ermittelt wird noch gegen zwei Polizisten, die den Tatort bewachten. Sie hatten unerlaubt Fotos der Opfer gemacht und in Chatgruppen geteilt.

© dpa-infocom, dpa:211028-99-771495/6

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