Helikopter fliegt abgestürzte Seilbahngondel ins Tal

Am Pfingstsonntag (23. Mai) war die Kabine in Italien in die Tiefe gestürzt, weil kurz vor der Bergstation das Zugseil gerissen war. Nun wird sie weiter untersucht.
| dpa
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Ein Hubschrauber der italienischen Feuerwehr fliegt die in weiße Planen gehüllte Kabine der abgestürzten Mottarone-Seilbahngondel vom Lago Maggiore ins Tal.
Ein Hubschrauber der italienischen Feuerwehr fliegt die in weiße Planen gehüllte Kabine der abgestürzten Mottarone-Seilbahngondel vom Lago Maggiore ins Tal. © Antonio Calanni/AP/dpa
Stresa

Fünfeinhalb Monate nach dem Seilbahn-Unglück vom Lago Maggiore mit 14 Toten ist die abgestürzte Gondel abtransportiert worden. Ein Hubschrauber flog die Kabine am Montagvormittag vom Monte Mottarone ins Tal, wo sie von Experten weiter untersucht werden soll.

Der Schwerlasthelikopter hob die in weiße Planen eingehüllte Gondel mit einem langen Seil an und zog nach wenigen Sekunden ab, wie auf Videoaufnahmen zu sehen war.

Am Pfingstsonntag (23. Mai) war die Kabine in die Tiefe gestürzt, weil kurz vor der Bergstation das Zugseil riss. Bisherigen Erkenntnissen zufolge wurden Sicherheitsklammern blockiert und damit eine Notbremsung der Gondel verhindert. Diese raste talabwärts, sprang aus der Aufhängung und krachte in ein Waldstück, wo sie an einem steilen Hang an Baumstämmen verkeilt liegen blieb. Gegen mehrere Angestellte der Betreibergesellschaft wird ermittelt.

Neben den kriminaltechnischen Untersuchungen hatten Spezialkräfte die Gondel und weitere Beweismittel gesichert. Seit einigen Wochen bereitete die Feuerwehr den Abtransport vor, fällte Baumstämme und errichtete eine Metallkonstruktion, auf die die Kabine gestellt wurde. Zuletzt wurde sie in Folie eingewickelt, um bei dem Flug ins Tal keine Beweismittel zu verlieren. Mit einem Sattelschlepper wurde die Gondel dann für weitere Untersuchungen der Sachverständigen von Staatsanwaltschaft und Verteidigern in eine Halle gefahren.

Bei dem Unglück im Frühjahr hatte nur der damals fünf Jahre alte Eitan überlebte. Weil dessen Eltern, der kleine Bruder und zwei Urgroßeltern bei dem Unglück getötet wurden, entbrannte zuletzt ein Sorgerechtsstreit zwischen Eitans Familien in Israel und Italien. Der Großvater mütterlicherseits flog den Jungen entgegen einer richterlichen Anordnung nach Tel Aviv; ein dortiges Gericht entschied jüngst aber, dass Eitan zurück nach Italien zur Tante väterlicherseits soll, die als Vormund eingesetzt worden war.

© dpa-infocom, dpa:211108-99-911053/3

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