Ermittler: Gefundene Kinderleiche ist vermisste Elfjährige

Jetzt herrscht Gewissheit: Neben ihrer Mutter und ihrem vierjährigen Bruder starb auch die elfjährige Lilli Marie gewaltsam. Der Freund der Mutter soll der dreifache Mörder sein.
| dpa
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In einem Waldstück unweit von Bispingen sperren Polizisten den Fundort einer Kinderleiche ab.
In einem Waldstück unweit von Bispingen sperren Polizisten den Fundort einer Kinderleiche ab. © Philipp Schulze/dpa
Bispingen

Die an einem Waldweg in der Lüneburger Heide gefundene Kinderleiche ist "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" die vermisste elfjährige Lilli Marie.

Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Lüneburg am Donnerstag nach der Obduktion der Toten mit. Der Körper des Mädchens habe wie bei Mutter und Bruder Spuren von Gewalteinwirkungen aufgewiesen. Die Leichen der 35 Jahre alten Mutter und des vierjährigen Bruders waren am Sonntag im Haus der Familie in Bispingen entdeckt worden.

Der 34 Jahre alte Lebensgefährte der Mutter sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. "Er schweigt weiterhin", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jan Christoph Hillmer. Der Deutsche sei nicht der Vater der getöteten Kinder. Er habe zwei Vorstrafen wegen Körperverletzung und Nötigung sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz. Zum Tathergang und zu den Motiven für das Verbrechen machten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine Angaben.

Die Leiche der Elfjährigen war am Dienstag in der Nähe der Ortschaft Heber entdeckt worden. Das Ergebnis einer DNA-Untersuchung liegt zwar nicht vor, doch die Ermittler sind nach der Obduktion sicher, dass es sich um Lilli Marie handelt. Tagelang hatte die Polizei nach der Vermissten gesucht - mit Hunden, einer Drohne, einem Hubschrauber und sogar einem Kampfjet der Bundeswehr.

Den mutmaßlichen Mörder hatten die Beamten bereits am Sonntagnachmittag in Schneverdingen gefasst. Auch das Auto des Verdächtigen mit Kennzeichen aus Diepholz wurde sichergestellt. Sowohl der Fundort der Mädchenleiche als auch der Ort der Festnahme liegen keine 20 Kilometer von dem Haus entfernt, wo die Leichen der Mutter und des Vierjährigen entdeckt worden waren.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll der Mann erst kurze Zeit vor dem Verbrechen zu der Frau und ihren Kindern in das Einfamilienhaus in Bispingen gezogen sein.

Unterdessen wandte sich die Polizei mit einem Aufruf an mögliche Zeugen, wer den Tatverdächtigen in der Zeit zwischen der Nacht zum Samstag bis zu seiner Festnahme am Sonntagnachmittag gesehen habe. Die Polizei sucht außerdem Zeugen, die dessen blaues Auto gesehen haben.

© dpa-infocom, dpa:210520-99-675850/4

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