Frau droht für Mord an ihrem Vergewaltiger lebenslang

Bereits als 12-Jährige wird sie von ihrem Stiefvater vergewaltigt. Später sieht sich Valérie Bacot gezwungen ihren Peiniger zu heiraten. Missbrauch und Gewalt setzen sich über Jahrzehnte fort - bis sie zur Waffe greift.
| dpa
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Die Angeklagte Valerie Bacot im Gerichtsgebäude von Chalon-Sur-Saône. Bacot ist wegen der Tötung ihres Stiefvaters und späteren Ehemannes, der sie bedroht, zur Prostitution gezwungen und wiederholt vergewaltigt haben soll, angeklagt.
Die Angeklagte Valerie Bacot im Gerichtsgebäude von Chalon-Sur-Saône. Bacot ist wegen der Tötung ihres Stiefvaters und späteren Ehemannes, der sie bedroht, zur Prostitution gezwungen und wiederholt vergewaltigt haben soll, angeklagt. © Jeff Pachoud/AFP/dpa
Chalon-sur-Saône

Er soll sie wiederholt vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen haben - dann hat sie ihn getötet. Die französische Justiz beleuchtet derzeit den Aufsehen erregenden Fall von Valérie Bacot, die ihren Ehemann vor fünf Jahren umgebracht hat.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP aus dem Gerichtssaal im ostfranzösischen Chalon-sur-Saône berichtete, droht Bacot lebenslang. In einer Petition forderten - so der Stand vom Dienstag - bereits mehr als 600.000 Französinnen und Franzosen Freiheit für die gepeinigte Angeklagte. Der Prozess soll bis Freitag dauern.

Petition fordert Freiheit für Bacot

Über Jahrzehnte hinweg war Bacot eigenen Schilderungen nach von ihrem Ehemann misshandelt worden. Ihren Leidensweg beschrieb sie in ihrem kürzlich bei Fayard erschienenen Buch "Tout le monde savait" ("Alle wussten es"). Bereits als 12 Jahre altes Mädchen habe der damalige Liebhaber ihrer Mutter sie vergewaltigt. Er wurde verurteilt und kam ins Gefängnis, kehrte aber wieder in die Familie zurück. Mit 17 wurde sie schwanger und sah sich - von der eigenen Mutter verstoßen - gezwungen, ihren 25 Jahre älteren Peiniger zu heiraten. Wie die Frau vor Gericht sagte, war ihr Ehemann gewalttätig, bedrohte sie mit der Pistole und zwang sie zur Prostitution. Letztlich habe sie ihn auch zum Schutz ihrer Tochter mit einem Schuss ins Genick getötet.

Der schreckenerregende Fall wird in Frankreich regelmäßig in einem Atemzug mit Jacqueline Sauvage genannt, die als Symbol für Opfer häuslicher Gewalt gilt. Nach 47 Jahren Ehe hatte diese ihren gewalttätigen Mann im September 2012 mit drei Schüssen in den Rücken getötet. Sie und ihre drei Töchter berichteten anschließend, der Mann habe sie jahrelang misshandelt. Ihr Fall löste heftige Debatten und Proteste aus. Sie wurde verurteilt und schließlich vom damaligen Präsidenten François Hollande begnadigt.

© dpa-infocom, dpa:210622-99-101687/2

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