Festnahmen nach 100-Kilo-Goldmünzen-Coup

Ist der Polizei der große Coup gelungen? Im März wurde aus dem Berliner Bode-Museum eine millionenschwere Goldmünze in einer spektakulären Aktion gestohlen. Nun wurden mehrere Männer festgenommen.
von  dpa
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" wurde aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen.
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" wurde aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. © dpa

Ist der Polizei der große Coup gelungen? Im März wurde aus dem Berliner Bode-Museum eine millionenschwere Goldmünze in einer spektakulären Aktion gestohlen. Nun wurden mehrere Männer festgenommen.

Berlin - Haftbefehle gegen vier Tatverdächtige sind nach dem Diebstahl einer millionenschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum erlassen worden. Die Tat gehe auf eine organisierte Bandenstruktur zurück, teilte Oberstaatsanwältin Martina Lamb in Berlin mit.

Man gehe davon aus, dass die Täter aus dem Bereich organisierter Clans stammten. Die Ermittlungen richteten sich gegen neun weitere Personen aus dem Bereich des Clans.

Das wertvolle, 100 Kilogramm schwere Münze war Ende März in einer spektakulären Aktion aus dem Museum entwendet worden. Laut Staatsanwaltschaft müssen die Täter Insiderkenntnisse gehabt haben. Aus dem Bereich des Museums heraus habe es vermutlich Hinweise auf die Tatmöglichkeit gegeben.

Im Fokus der Ermittler stand auch ein Juweliergeschäft. Um 06.00 Uhr war ein Spezialeinsatzkommando der Polizei ausgerückt. Bis zu 300 Beamte durchsuchten mehr als ein Dutzend Objekte - vor allem in Berlin. Schwerpunkt war der Bezirk Neukölln. Anliegen war es, Beweise zu sichern. In Brandenburg wurde eine Wohnung kontrolliert, wie Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagte.

In Neukölln wurde auch ein Juwelierladen durchsucht. Der Juwelier sei im Fokus der Ermittlungen, sagte Wenzel der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe Anhaltspunkte, dass der dort Verantwortliche bei Absatz und Verwertung der 100 Kilogramm schweren Beute eine strafrechtlich relevante Rolle gespielt haben könnte.

Zu Spekulationen, dass die Tatverdächtigen zu arabischen Clans gehören sollen, äußerte sich die Polizei zunächst nicht.

Zwei Festnahmen gab es in Wohnungen in den Neuköllner Straßen Mittelweg und Thomasstraße, die nahe beieinander liegen. Es gebe deutliche Anhaltspunkte, dass beide Verdächtige mit zwei Personen auf den Videoaufnahmen aus Überwachungskameras identisch seien, so die Polizei.

Sie hatte vor einer Woche Bilder aus Überwachungskameras veröffentlicht, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Das Video zeigte drei schwarz gekleidete Personen am S-Bahnhof Hackescher Markt, die ihre Gesichter unter Kapuzen, hinter Kragen und ihren Händen verbergen.

Diebe hatten Ende März eine zwei Zentner schwere kanadische Goldmünze mit dem Bild von Königin englische Queen aus dem Museum gestohlen. Allein das Material - reinstes Gold - ist geschätzt etwa 3,7 Millionen Euro wert. Wegen der Schwere der Münze ging die Polizei von mehreren Tätern aus.

Das gestohlene Goldstück namens "Big Maple Leaf", 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt, war die Leihgabe eines Privatmanns an das Bode-Museum. Die Polizei ging damals davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen und in kleineren Portionen zu Geld machen wollen.

Im Bode-Museum waren nach dem Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Die Täter waren am frühen Morgen über die direkt an dem Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen. Eine Leiter und eine Schubkarre ließen sie in der Nähe stehen.

"Wir freuen uns über die Fortschritte der Ermittlungen der Polizei", erklärte ein Sprecher der Staatlichen Museen Berlin am Mittwoch. Jetzt müsse aber der Ausgang abgewartet werden.

Das Berliner Bode-Museum ist Teil des Unesco-Welterbes Museumsinsel. Das 1897 als Kaiser-Friedrich-Museum gegründete Haus beherbergt heute die Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst. Das Münzkabinett zeichnet Geschichte auf der Grundlage der Zahlungsmittel nach. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es nach dem Museumsgründer Wilhelm von Bode umbenannt.