Feiertage für Flutopfer im Ahrtal - Weihnachten am Wasser

Die Menschen im Gebiet Ahrtal, das extrem vom Hochwasser Mitte Juli betroffen war, werden dieses Weihnachtsfest wohl mit gemischten Gefühlen feiern.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
"Aufgeben ist keine Option“, steht auf der Fassade eines von der Flut zerstörten Hauses in Dernau.
"Aufgeben ist keine Option“, steht auf der Fassade eines von der Flut zerstörten Hauses in Dernau. © Thomas Frey/dpa
Bad Neuenahr-Ahrweiler

Maria, hochschwanger, und Josef suchen vergeblich eine Herberge. Jesus wird daher in einem Stall geboren. So steht es in der Bibel.

Auch zwei Jahrtausende später, an Weihnachten 2021, sind im flutgeschädigten Ahrtal zahlreiche Familien immer noch auf Notunterkünfte angewiesen. Das extreme Hochwasser Mitte Juli hat hier 134 Menschen getötet, mehr als 750 verletzt und Tausende Häuser beschädigt oder zerstört. Wie feiern die Anwohner Heiligabend?

Ganz unterschiedlich, sagt der evangelische Pfarrer Bernd Bazin, Koordinator des Teams der Diakonie Katastrophenhilfe an der Ahr. Manche verbrächten Weihnachten in ihren Ausweichquartieren ganz woanders etwa bei Verwandten, manche wohl vor Ort in Notunterkünften wie Tiny Houses (Minihäuser), manche in ihren unbeschädigten Häusern weiter oben an den Hängen des Ahrtals.

Bazin vermutet, "dass es für manche ein unvergessliches Weihnachten wird: Wir haben in der Flut so zusammengehalten, wir haben so viel Solidarität erlebt." Für andere Talbewohner dagegen könnte Heiligabend "ganz furchtbar werden" mit der Wiederkehr traumatischer Erinnerungen an die Hochwassernacht, so dass sie eine Weihnachtsfeier als "pervers" empfinden könnten. Viele haben in der Nacht auf den 15. Juli in Todesangst auf Dächern ausgeharrt, Hilfeschreie von Nachbarn gehört und Zerstörungen an den eigenen Häusern erlebt, als von der Sturzflut mitgerissene Autos und Heizöltanks dagegen geprallt sind.

Danach sind im Ahrtal zahlreiche soziale Anlaufstellen entstanden, darunter der Verein "Die Ahrche" in Bad Neuenahr-Ahrweiler. An Heiligabend ist hier ein festliches Essen geplant.

Die freiwillige Helferin Claudia Kreuser sagt: "Wir wollen den Leuten ein bisschen Heimat schenken und für sie ein offenes Ohr haben." Gerade an Weihnachten. Kreuser vermutet, "dass die Flut Kinderängste der Menschen geweckt haben könnte, die jetzt wieder hochkommen".

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen