Fall Höxter: Angeklagte wird zu Aussage bei Polizei befragt

Ohne erkennbares Mitgefühl redet die Angeklagte seit Prozessbeginn über die Grausamkeiten im "Horror-Haus" von Höxter: Im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen wird Angelika W. heute ihre detailreiche Aussage voraussichtlich fortsetzen.
von  dpa

Ohne erkennbares Mitgefühl redet die Angeklagte seit Prozessbeginn über die Grausamkeiten im "Horror-Haus" von Höxter: Im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen wird Angelika W. am Dienstag ihre detailreiche Aussage voraussichtlich fortsetzen.

Paderborn - Am Dienstag wird Angelika W. ihre detailreiche Aussage im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen im "Horror-Haus" von Höxter fortsetzen. Das Landgericht Paderborn will die 47-Jährige am fünften Verhandlungstag zu ihrer Vernehmung bei der Polizei befragen.

In mehreren stundenlangen Verhören hatte sie den Ermittlern nach ihrer Festnahme von den brutalen Geschehnissen auf einem Hof im ostwestfälischen Höxter-Bosseborn berichtet. Weite Teile der Anklageschrift fußen laut Gericht auf ihren Angaben.

Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Wilfried W. soll sie jahrelang mehrere Frauen nach Höxter gelockt und sie anschließend schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus den niedersächsischen Städten Uslar und Bad Gandersheim überlebten das Martyrium nicht. Seit Oktober muss sich das Duo wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen verantworten.

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Vor Gericht hatte Angelika W. an den vergangenen drei Prozesstagen ohne erkennbare Emotionen geschildert, wie die Opfer verbrüht, gefesselt und geschlagen wurden. Sie hatte demnach selbst Misshandlungen durch ihren Ex-Mann erduldet, die anderen Frauen aber ebenfalls brutal gequält. So schilderte sie vor einer Woche, wie sie das spätere Todesopfer Anika W. nachts mit Handschellen an ein Heizungsrohr gekettet hatte - nach Darstellung von Angelika W., um den Erwartungen ihres Ex-Mannes zu entsprechen. Nässte sich die Frau ein, wurde sie "bestraft", zum Beispiel mit brühend heißem Wasser.

In den Wochen vor ihrem Tod soll Anika W. kaum noch gegessen haben. Vermutlich starb sie an den Folgen eines Sturzes auf den Betonboden vor der Scheune. Nachweisen lässt sich die genaue Todesursache nicht mehr: Die beiden Angeklagten sollen die Leiche der Frau zerstückelt und in einem Ofen verbrannt haben. Der angeklagte Wilfried W. schweigt bislang zu den Vorwürfen.