Wo Münchens schnellste Autos stehen

In der Stadt gibt es 1990 Sportwagen, die schneller als 300 Stundenkilometer fahren können. Wo die meisten stehen, wie viele es in Ihrem Viertel gibt.
von  Thomas Gautier

In der Stadt gibt es 1990 Sportwagen, die schneller als 300 Stundenkilometer fahren können. Fast alle werden von Männern gefahren – in einem Stadtteil gibt es besonders viele.

München - PS-Fans können Aubing gleich vergessen. Münchens westlichster Stadtteil ist ein ehemaliges Arbeiter- und Eisenbahnerviertel. Schön grün und ruhig. Hier brettert keiner mit 400 PS durch die 30er-Zonen.

Etwas weiter im Osten sieht’s schon anders aus: In Bogenhausen der Stadt – sondern auch die schnellsten.

Das Statistische Amt der Stadt listet in seinem aktuellen Quartalsheft auf, wo Münchens PS-Protze wohnen. Also Autos, die über 300 Stundenkilometer schnell sind.

Zum 31. August waren laut Statistischem Amt 8676 Autos in München zugelassen, die mehr als 250 Spitze fahren können – das sind nur 1,3 Prozent aller Münchner Autos. Ein exklusiver Kreis. Aber es geht noch spezieller – und schneller: 1990 dieser Autos sind über 300 Stundenkilometer schnell. 844 sind auf Firmen zugelassen, 1146 auf Privatleute.

Was sind das für Autos? Die meisten privat zugelassenen Autos sind Porsches des Typs 911 Carrera. Die S-Version mit 400 PS schafft laut Hersteller Tempo 304 und kostet ab 105 000 Euro – in der Stadt sind 386 Stück gemeldet.

Auf Rang zwei: wieder ein Porsche, der 475 PS starke 911 GT3 (56 Stück). Auf Platz 3 fährt der Ferrari F430 (46 Exemplare), gefolgt von Aston Martins (45 Stück), wobei das Statistische Amt keinen speziellen Typ angibt. Auf Platz fünf: Bentley Continental (43 Fahrzeuge).

Wer hat bloß so etwas? Laut den Statistikern sitzt am Steuer meist:

  • ein Mann. Nur 144 der PS-Boliden sind auf Frauen zugelassen.
  • ein Fahrer, der 45 bis 54 Jahre alt ist – 400 gehören dieser Altersspanne an. Und darin sind die meisten wiederum 48 Jahre alt. Der jüngste Fahrer eines 300ers ist laut Statistischem Amt 20, der älteste 89 Jahre alt.
  • ein Bogenhauser: 169 der superschnellen Wagen parken in diesem Viertel (s. Bilderstrecke) – fast ein Sechstel aller Autos. Zweiter Platz: Obergiesing. Da gibt’s jeweils nur elf Stück. Das nennt man wohl: abgehängt.