Warum die Münchner Fernseher vergangene Woche schwarz blieben

In den vergangenen Tagen konnten viele Münchner kein Programm empfangen. Grund dafür war eine neue Programmsortierung des Anbieters Pyur.
von  Paul Nöllke
Nicht alle Münchner hatten letzte Woche das Glück, nach Belieben Fußball schauen zu können.
Nicht alle Münchner hatten letzte Woche das Glück, nach Belieben Fußball schauen zu können. © Rolf Vennenbernd/dpa

München - In den vergangenen Tagen konnten viele Münchner kein Programm empfangen. Grund dafür war eine neue Programmsortierung des Anbieters Pyur.

Wer am vergangenen Dienstag seinen Fernseher eingeschaltet hat, sah oft nur einen schwarzen Bildschirm. So ging es vielen AZ-Lesern, die am 25. Juni fernsehen wollten. "Normalerweise schaue ich beim Frühstück immer die Tagesschau", sagt ein Betroffener der AZ, "doch als ich den Fernseher eingeschaltete, wurde mir nur eine Fehlermeldung angezeigt. Ich dachte schon, das Fernsehkabel sei kaputt." Grund für den Ausfall war aber, dass der Anbieter Pyur (Tele Columbus Gruppe) vergangene Woche eine neue Programmsortierung durchgeführt hat.

Fehlerbehebung: Sendersuchlauf durchführen

Um das Problem zu beheben, müssen Kunden in ihrem Fernseher das Menü aufrufen und einen sogenannten "Sendersuchlauf" durchführen, um die gewohnten Fernsehsender wieder zu empfangen. Diese sind dann wieder empfangbar, aber ungeordnet. Um diese zu ordnen, müssen Kunden nun im Menü die "Senderliste bearbeiten" und die Sender wieder den richtigen Kanälen zuordnen.

Pyur hatte das seinen Kunden zwar in Briefen erklärt und Anzeigen geschaltet, dennoch war die Änderung an vielen Münchnern vorbeigegangen.

Pyurs Briefe an Anwohner angeblich weggeschmissen

"Eine Nachbarin rief mich an, da ihr Fernseher nicht funktionierte. Da habe ich meinen eingeschaltet, aber außer ARD und ZDF konnte ich keine Sender empfangen", erzählt eine Leserin der AZ. Ein Nachbar sei sogar kurz davor gewesen, seinen Fernseher wegzuschmeißen, da er dachte, sein Gerät sei kaputt. "Man muss die Leute doch besser informieren", ärgert sich die Leserin.

Als die Nachbarn tags drauf bei ihrer Hausverwaltung anriefen, wusste dort auch niemand, was passiert ist. Pyur hatte wohl Briefe an die Anwohner geschickt, diese seien aber versehentlich weggeschmissen worden.

Erst nach Tagen wurde die Leserin durch eine Anzeige in der Zeitung auf die Umstellung aufmerksam. "Dann habe ich mich erstmal an meinen Fernseher gesetzt und den Sendersuchlauf gemacht. Es hat mich allerdings drei Stunden gekostet, alle Sender wieder in die richtige Reihenfolge zu bekommen. Als vor zwei Jahren das Fernsehen auf digital umgestellt wurde, war das auch schon so mühsam."

Lange Wartezeiten, Telefonleitungen ständig besetzt

Von ihrer Hausverwaltung und von Pyur hätte sie sich eine bessere Kommunikation gewünscht.

Als sie Pyur anrief, sei immer besetzt gewesen. Die Verwaltung habe lange gebraucht, das Problem zu erkennen. "Gerade heute, wo alle von Digitalisierung reden, frustriert so etwas die Leute und stärkt Aversionen."

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