Vor Gericht: Autoknacker klaute teure Lenkräder

Der 26-jährige Angeklagte wurde zudem bei einer Autobahnkontrolle mit Diebesgut erwischt.
von  John Schneider
Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe.
Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe. © Daniel von Loeper

Der 26-jährige Angeklagte wurde zudem bei einer Autobahnkontrolle mit Diebesgut erwischt.

München - Nicht länger als zwei Jahre und zehn Monate Haft – das ist der Deal, den die Strafkammer des Landgerichts Ivan P. (26, Name geändert) anbietet. Wenn er denn gesteht.

Ivan P. soll in einem Fall einer Einbrecherbande als Kurier geholfen haben. Seine mutmaßlichen Komplizen – einer ist bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden – hatten bei Wohnungseinbrüchen wertvollen Schmuck, Uhren, Handtaschen und Luxuskleidung erbeutet. Doch der Kurier flog am 18. Dezember 2018 bei einer Kontrolle auf der A8 bei Rosenheim auf und wanderte in U-Haft.

Angeklagter klaut Lenkräder und Navis

In fünf Fällen (August 2017 bis Juli 2018) ist Ivan P. selber in Münchner Autos eingebrochen, um Lenkrad oder Navigationsgerät auszubauen. Der Schaden: über 15.000 Euro.

Anwalt Santosh Gupta erklärt für seinen Mandanten, dass die Vorwürfe der Anklage mit abweichenden Details stimmen. Dass die Strafe milder ausfällt, als es die Staatsanwaltschaft anfangs fordert, hat dann vor allem mit zwei Faktoren zu tun. Zum einen muss der Angeklagte länger als notwendig in U-Haft bleiben. Der Grund: Eine Schöffin war während des ersten Prozesses ausgefallen. Der Prozess gegen den 26-Jährigen musste neu aufgerollt werden. Zum anderen hat sich Ivan P. um Wiedergutmachung bemüht. Den fünf Einbruchsopfern wurde von dem Autoknacker ihre Selbstbeteiligung (1.250 Euro) erstattet.

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