Versuchter Raub: Diebe von Kindern in die Flucht geschlagen

Im Landkreis Ebersberg haben Kriminelle in gleich zwei Fällen versucht, Kinder einzuschüchtern und auszurauben. Die aber wussten sich zu helfen - zum Beispiel mit einem kräftigen Tritt vors Schienbein.
von  AZ
Am Freitag kam es gleich zu mehreren Attacken auf Kinder. Kein Raub gelang: Die angegriffenen Buben konnten die Täter mutig in die Flucht schlagen. (Symbolbild)
Am Freitag kam es gleich zu mehreren Attacken auf Kinder. Kein Raub gelang: Die angegriffenen Buben konnten die Täter mutig in die Flucht schlagen. (Symbolbild) © dpa

Pliening/Vaterstetten - Dreister geht's nimmer: In gleich mehreren Fällen haben Kriminelle am Freitag nach Polizeiangaben im Landkreis Ebersberg versucht, Kinder unter Androhung und sogar Anwendung von Gewalt auszurauben. Umso bemerkenswerter ist, dass keiner der Verbrecher Erfolg hatte: Die Kids wussten sich zu wehren.

Im ersten Fall wartete ein 11-jähriger Bub gegen 15 Uhr in Pliening vor der Postfiliale auf seine Schwester. In seiner Jackentasche hatte der Schüler einen 20-Euro-Schein. Ein Unbekannter näherte sich, hielt das Kind an der Jacke fest und griff ihm in die Tasche, um an das Geld zu kommen.

Beherzt schlug der Bub den Arm des Mannes weg und befreite sich aus dessen Griff.  Doch damit nicht genug: Der Kriminelle versuchte es wieder - und kassierte diesmal einen kräftigen Tritt vors Schienbein.

Da gab der Dieb dann doch auf und ging in Richtung Bushaltestelle davon - ohne Geld. Trotz seiner Überraschung konnte sich der mutige Bub allerdings noch viele Details zur Personenbeschreibung merken - und nun sucht die Polizei nach dem Täter.

Versuchter Raub: Unbekannter schlägt 16-Jährigem ins Gesicht

Nur etwas älter waren die beiden Teenager, die am selben Abend bedroht, geschlagen und fast noch ausgeraubt wurden: Gegen 23.15 Uhr saßen zwei 16-Jährige auf einer Bank in der Bahnhofstraße in der Nähe des S-Bahnhofes Vaterstetten.

Vier Männer näherten sich, bedrohten sie und forderten sie unvermittelt auf, alle Wertsachen herauszugeben. Die Buben weigerten sich. Da gingen zwei der Männer auf einen der Beiden zu, schlugen ihm ins Gesicht und forderten erneut Bargeld. Tapfer wehrten sich die Jugendlichen immer noch - und die Täter prügelten erneut auf ihr Opfer ein.

Zum Glück der Beiden wurden nun Passanten aufmerksam und griffen helfend ein. Im Gerangel zwischen den Tätern und den Helfern konnten die Jungen abhauen und die Polizei anrufen. Als nach wenigen Minuten eine Streife vor Ort ankam, waren nach Angaben der Polizei nur noch die Buben selbst am Bahnhof. Eine Nahbereichsfahndung verlief ergebnislos. Auch in diesem Fall bittet die Polizei um Mithilfe.


Zeugenaufruf der Polizei

Der Unbekannte vor der Plieninger Post trug eine braune Jacke mit weißen Pelzkragen, eine dunkelblaue Jeans und eine Einwegmaske. Er hatte blaue Augen, schwarzes, kurzes, lockiges Haar, keine Brille, einen Dreitagebart, war ca. 1,65m groß, hatte eine sportliche Figur und sprach Englisch.

Die Männer an der S-Bahn werden wie folgt beschrieben: Alle vier Angreifer hatten ein mitteleuropäisches Aussehen, einer war ca. 18 Jahre alt, ca. 185 cm groß, und trug Sneaker, eine rote Sporthose mit weißen Streifen, eine schwarze Jacke mit einem gelben Kreuz am rechten Ärmel, eine schwarze Mütze, schwarzen Mundschutz. Er hatte einen Bart.
Der zweite Mann war ebenfalls ca. 18 Jahre, etwas korpulent, ca. 180 cm groß. Er trug schwarze Kleidung.
Der dritte Täter war ca. 16 Jahre, eher hager, ca. 175 cm groß und hatte braune Haare.
Der vierte Mann konnte nur dürftig beschrieben werden.
Möglicherweise flohen die Täter mit einem blauen BMW.

Mögliche Zeugen beider Taten werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Poing unter der Telefonnummer 08121-9917-0 zu melden.