Taufkirchen: Bande sprengt Geldautomat in die Luft

Die Täter machen aber keine Beute - die Polizei fahndet mit Hubschrauber.
von  Ralph Hub
Immer wieder versuchen Täter, Geldautomaten mittels Gaseinleitung zu sprengen (Symbolbild).
Immer wieder versuchen Täter, Geldautomaten mittels Gaseinleitung zu sprengen (Symbolbild). © picture alliance / Arne Dedert/dpa/Archiv

Taufkirchen - Ein lauter Knall riss am Donnerstag gegen 2.20 Uhr in der Früh einen Anwohner im Lindenring in Taufkirchen aus dem Schlaf. Als er aus dem Fenster sah, beobachtete er drei dunkel gekleidete Männer, die auf Fahrrädern flüchteten. Er verständigte die Polizei.

Das Trio war in den Vorraum einer Postbankfiliale eingedrungen. Dort leiteten die Täter Gas über einen Schlauch in den Geldautomaten. Aus sicherer Distanz brachten sie das Gemisch zur Explosion.

Taufkirchen: Bande sprengt Geldautomat

Doch der Coup lief schief. Der Bankautomat wurde zwar schwer beschädigt. „Doch die Täter kamen nach derzeitigen Ermittlungsstand nicht an die besonders gesicherten Geldfächer im Inneren heran“, sagte Polizeisprecher Sven Müller.

Nur Minuten nach der Explosion lief bereits eine Großfahndung nach den flüchtigen Gangstern. 15 Streifenwagen und ein Polizeihubschrauber waren daran beteiligt. Doch den Tätern gelang es, unerkannt unterzutauchen.

Laut der Zeugenbeschreibung handelt es sich um drei Männer. Sie sind etwa 1, 75 Meter groß und waren komplett schwarz gekleidet. Sie hatten dunkle Rucksäcke und eine helle Sporttasche bei sich. Am Tatort ließen sie zwei Gasflaschen zurück. Experten der Spurensicherung untersuchten die Bankfiliale.

Druckwelle reißt Geldautomat auseinander

Die Höhe des Sachschadens an dem Gebäude ist noch nicht bekannt. Offenbar hat die Druckwelle der Explosion die Statik des Gebäudes nicht schwerer beschädigt. Menschen waren laut Polizei nicht gefährdet, in dem Haus gibt es keine Wohnungen. 

Die Ermittlungen hat das Kommissariat K 51 übernommen. Wer verdächtige Beobachtungen in der Tatnacht gemacht hat, wird gebeten, sich mit dem Präsidium in Verbindung zu setzen unter Tel. 29100. 

Im Stadtgebiet und im Landkreis München haben Täter in den vergangenen Jahren immer wieder Geldautomaten gesprengt. Nach sechs Geldautomaten-Sprengungen im Großraum München ist im Oktober 2020 ein 29-Jähriger vom Oberlandesgericht zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Fünf Komplizen erhielten Strafen bis zu knapp sieben Jahren.


Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 51, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen