Stierhatz, Teil 2: Cowboys, Drohnen und ein Rapsfeld

Seit Sonntagabend hält eine ausgebüchste Stier-Herde Polizei, Feuerwehr, Jäger und zahlreiche Landwirte in Atem. Am Dienstagnachmittag rückte man den Rindviechern mit High Tech zu Leibe – leider erfolglos.
von  Christoph Elzer
Wildwest in Oberbayern: Trotz zahlreicher Häscher behalten die Jungstiere bislang die Oberhand und entkommen immer wieder.
Wildwest in Oberbayern: Trotz zahlreicher Häscher behalten die Jungstiere bislang die Oberhand und entkommen immer wieder. © Thomas Gaulke

Reithofen – Seit ihrer Flucht waren die 17 Jungstiere im gesamten Gebiet der Landkreise Erding und Ebersberg unterwegs, ein Tier drohte sogar auf die A94 zu laufen. Aus diesem Grund entschied sich die Polizei schließlich, mit Heckler & Koch G3 Sturmgewehren auf die Jagd zu gehen und erlegte das Tier schließlich. Ein weiteres Tier starb in Folge der stressigen Flucht, einige Stiere konnten jedoch auch erfolgreich eingefangen werden.

Am Dienstagnachmittag gelang es dann schließlich, fünf der noch flüchtigen Tiere mit Hilfe einer Drohne zwischen Reithofen und Buch in einem Raps- und einem Roggenfeld zu lokalisieren. Was sich anschließend in Oberbayern abspielte, kennt man sonst eher aus Arizona, Nevada und Texas: Eine Reiter-Truppe versuchte über Stunden, die Stiere in Richtung Heimatstall zu treiben, was letztlich aber nicht gelang. Die Staatsstraße 2332 wurde während dieser Aktion durch die Feuerwehr komplett gesperrt. Auch Betäubungsschüsse von der Kanzel eines Traktors konnten nicht gesetzt werden.

Von den 17 entlaufenen Tieren sind somit noch immer sieben auf der Flucht, zwei davon im Ebersberger Forst. Die Verkehrswarnmeldungen werden deshalb aufrechterhalten. Mit Einbruch der Dämmerung wurde der Einsatz gegen 20 Uhr schließlich vorerst abgebrochen.

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Harthofener Stierhatz: 17 Rindviecher auf der Flucht