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Nach Attacke auf Partnerin: Mann rast in den Tod - Frau stirbt in Klinik

Ein 49-Jähriger hat am Ostermontag mit einer Hantel seine Frau lebensgefährlich verletzt. Anschließend flüchtete er und raste mit seinem Auto gegen einen Baum, er starb. Jetzt teilt die Polizei mit, dass die Frau zwei Tage später im Krankenhaus verstorben ist.
von  Ralph Hub
Der mutmaßliche Täter raste mit seinem Auto in den Tod. (Symbolbild)
Der mutmaßliche Täter raste mit seinem Auto in den Tod. (Symbolbild) © Patrick Seeger/dpa

Oberhaching - In der Beziehung kriselte es bereits seit einiger Zeit. Das Paar lebte aber trotzdem weiterhin mit den beiden gemeinsamen Kindern in einem Haus in Oberhaching im Landkreis München.

Am Ostermontag eskalierte der Konflikt. Der 49-Jährige griff kurz vor 7 Uhr nach Angaben der Münchner Mordkommission zu einer sechs Kilo schweren Fitness-Hantel und schlug damit mehrmals auf seine vier Jahre jüngere Lebenspartnerin ein. Die Frau erlitt dabei schwerste Verletzungen an Kopf und Oberkörper. Blutend brach sie zusammen und blieb am Boden liegen.

Mann attackiert Frau mit Hantel

Der 49-Jährige rannte hinüber zu den Nachbarn und erzählte, dass es einen Streit gegeben und er seine Partnerin verletzt habe. Die Nachbarn liefen in das Haus. Dort fanden sie die beiden Kinder, die unversehrt waren und die Bluttat offenbar nicht mitangesehen hatten.

Ihre schwer verletzte Mutter lag in einem der Zimmer. Sie war in einem kritischen Zustand. Sie blutete am Kopf. Die Nachbarn informierten Polizei und Rettungsdienst. Minuten später trafen bereits die ersten Streifenwagen und ein Notarztteam ein.

Mutmaßlicher Täter rast gegen Baum

Der 49-Jährige nutzte die Zeit bis zum Eintreffen der Polizei und flüchtete vom Tatort. Er raste in seinem schwarzen BMW Kombi gut 30 Kilometer in Richtung Tegernseer Tal. Auf der Bundesstraße B 318, kurz vor der Kappler Alm, einem beliebten Hotel und Ausflugslokal im Gemeindegebiet Waakirchen, steuerte der 49-Jährige den BMW an einer Kreuzung gegen 7.50 Uhr gegen einen Baum am Fahrbahnrand.

Der Fahrer wurde in dem Wrack eingeklemmt und von der Feuerwehr geborgen. Ein Notarzt versuchte, den 49-Jährigen wiederzubeleben. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass der Mann nach dem Angriff auf seine Partnerin das Auto absichtlich gegen den Baum steuerte, um sich das Leben zu nehmen.

Polizei: Frau stirbt im Krankenhaus

Die 45-Jährige kam unterdessen in eine Münchner Klinik, wo sie auf der Intensivstation behandelt wurde. Wie die Münchner Polizei am Dienstag (13. April) mitgeteilt hat, ist die Frau zwei Tage nach der Tat im Krankenhaus verstorben. Verwandte kümmern sich um die Kinder, die nun zu Vollwaisen geworden sind.


 Anmerkung der Redaktion: In der Regel berichtet die AZ nicht über Selbsttötungen – es sei denn, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie bei der Telefonseelsorge: 0800–111 0 111 und 0800–111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist kostenlos.