Mord in Söll: Deutsche zu 15 Jahren Haft verurteilt - Liebhaber lebenslänglich

Alexandra M. (32) soll ihren Freund zu der Bluttat in Söll in Tirol angestiftet haben. Der bringt ihren Mann Antonios (†31) um. Sie streitet alles ab.
von  oe, sow, job
Die beiden Angeklagten im Gerichtssaal in Innsbruck.
Die beiden Angeklagten im Gerichtssaal in Innsbruck. © dpa

Innsbruck - Alexandra M. aus Ottobrunn ist in Innsbruck als Mittäterin bei dem Mord im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet (AZ berichtete) zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Ehemann Antonios C. war das Opfer der Tat, die sich im November vergangenen Jahres ereignet hatte.

Ein Freund des Opfers, Kostas P. (29), mit dem Alexandra laut Gericht eine Affäre hatte, wurde wegen Ausführung der Tat zu lebenslanger Haft verurteilt. "Die beiden Angeklagten haben das Mordkomplott gemeinsam geschmiedet", sagte der Staatsanwalt bei der Verhandlung in Innsbruck.

Eine lebenslange Freiheitsstrafe bedeutet in Österreich im Durchschnitt gut 20 Jahre Haft.

Mord mit Symbolik: Zehn Schüsse in Rücken und Kopf

Die Männer stammten aus Griechenland. Die drei lebten in Ottobrunn. Der 29 Jahre alte Angeklagte hatte zum Prozessauftakt gestanden, das 31-jährige Opfer auf einem Parkplatz in Söll mit zehn Schüssen in Rücken und Schädel getötet zu haben. Nach Angaben von Alexandra M. (32) war ihr Ehemann gewalttätig, auch gegen die sechsjährige Tochter.

"Jede Patrone, die ich abgefeuert habe, stand für einen Übergriff auf seine Tochter und seine Frau", sagte Kostas P. Er habe schließlich zusammen mit der Ehefrau beschlossen, den Mann "aus dem Weg zu räumen".

Dem widersprach die Deutsche, die ihre Unschuld beteuert hatte. "Von einer Tötung war nie die Rede, für mich war klar, dass ich ins Frauenhaus muss", sagte sie. "Sie ist keine Beitragstäterin", sagte ihre Verteidigerin. Die 32-Jährige habe zum ersten Mal am Tag der Tat vom Plan des Angeklagten erfahren. Dabei habe sie auch noch gesagt: "Das will ich nicht", so die Anwältin. Die beiden Verurteilten können Berufung einlegen.

Rückblick: Die grausame Tat

Was war geschehen: Antonios C. war am 6. November 2016 neben einem Parkplatz in Söll gefunden worden. Der 31-Jährige war dort mit zehn Schüssen aus einer Kleinkaliberpistole getötet worden.

Die Leiche sollte eine Schlucht hinunterfallen, verfing sich aber zwischen Bäumen – es war ein beinahe perfekter Mord, denn die Schlucht ist von oben schwer einsehbar und 150 Meter tief, Schnee hätte die Leiche bedeckt...

Doch der leblose Körper bleib hängen – und ein Lastwagenfahrer fand den Toten (AZ berichtete). Die Polizei fand bei dem Toten einen Autoschlüssel, der zu dem Koch Kostas P. nach Ottobrunn führte, einem Freund des Mordopfers. Es stellte sich heraus, dass er zudem der Liebhaber von Alexandra M. war.

In der Wohnung des Kochs fand die Polizei die Tatwaffe. Der Liebhaber gestand die Tat. Er habe seinen Landsmann erschossen, um seine Geliebte vor weiteren Misshandlungen zu bewahren.

Kostas P. wurde im Dezember aus Stadelheim nach Innsbruck ausgeliefert. Auch Witwe und mutmaßlichen Komplizin Alexandra M. wurde im Januar nach Österreich überstellt.

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