Tipps der Redaktion: Diese Museen sollten sie besuchen

Immer nur unterm Baum sitzen? Münchens Museen sorgen für die schönste Abwechslung überhaupt!
von  az
In Édouard Manets "Frühstück im Atelier" von 1868 wandern alle Blicke ins Schwarze, unwillkürlich.
In Édouard Manets "Frühstück im Atelier" von 1868 wandern alle Blicke ins Schwarze, unwillkürlich.

Wir haben für Sie in paar Tipps zusammengestellt, wo sich ein Besuch besonders lohnt.

Im Land des Schneelöwen

Die einen zieht’s an Weihnachten in die warme Ferne, die anderen feiern ganz traditionell in der hiesigen Kälte und genehmigen sich zwischendurch ein heißes Getränk. Und man kann hier ja trotzdem in die Ferne reisen – zum Beispiel im Museum Fünf Kontinente. Dort geht’s nach Myanmar oder Mexiko, nach Afrika oder – und hier sind wir schon bei unserem vergoldeten Schneelöwen (Foto: MFK) – nach Tibet. Das Sammlerpaar Justyna und Michael Buddeberg fing in den frühen 1990er Jahren an mit einem kleinen Sitzteppich, da waren die beiden das erste Mal in Lhasa und völlig fasziniert vom Land und seiner Kultur. In diesem Fall von tibetischen Teppichen und Textilien. 16 Mal waren die Buddebergs im zentralasiatischen Hochland und wurden dabei zu Kennern der Knüpfkunst von Takyabs, wie die Teppiche dort genannt werden. Zu sehen ist derzeit eine Auswahl vom 15. bis 20. Jahrhundert.

Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42, Di bis So 9.30 bis 17.30 Uhr, am 24., 25. und 31.12. geschlossen

In Édouard Manets "Frühstück im Atelier" von 1868 wandern alle Blicke ins Schwarze, unwillkürlich.
In Édouard Manets "Frühstück im Atelier" von 1868 wandern alle Blicke ins Schwarze, unwillkürlich.

In Édouard Manets "Frühstück im Atelier" von 1868 wandern alle Blicke ins Schwarze, unwillkürlich. Foto: Bayer. Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek

Ganz schön schwarz

Schwarz sei keine Farbe, hat der Physiklehrer immer getönt. Aber Herr M. ging auch nicht gerne in Ausstellungen, denn da hätte er kleine Korrekturen vornehmen müssen. Die Kunst ist jedenfalls im Stande, solche Axiome mit ein paar Strichen von Tisch oder besser: vom Bild zu fegen. Man kann das jetzt in der Neuen Pinakothek überprüfen, wo ganz Eindringliches mit besonders reizvollen schwarzen Partien vor Augen geführt wird.

Édouard Manet etwa hat im "Frühstück im Atelier" nicht nur seinen unehelichen Sohn, sondern vor allem die Farbe Schwarz geradezu magisch in Szene gesetzt. Die erotischen Anspielungen auf diesem Gemälde überspringen wir mal, denn es gibt in der Schau "Drei Farben Schwarz" noch weitere tiefdunkle Ecken. Den melancholischen Edelmann Velázquez’ zum Beispiel oder Murillos Heligen Thomas, wo die bescheidene schwarze Kutte eine eigene Geschichte erzählt. Sie werden in die Tiefe blicken!

Neue Pinakothek, Do bis Mo 10 bis 18, Mi bis 20 Uhr, 24., 25. und 31.12. geschlossen

"Mick Jagger, Fur Hood", Fotografie 1964, Druck 2001.
"Mick Jagger, Fur Hood", Fotografie 1964, Druck 2001.

"Mick Jagger, Fur Hood", Fotografie 1964, Druck 2001. Foto: David Bailey

Wenn Mick mal friert

Gut steht dem Stones-Boss das Pelzchen, in dem ihn David Bailey abgelichtet hat. Und es gibt noch mehr Stars in der Ausstellung "Shoot! Shoot! Shoot", die einen an kalten Tagen auf Touren bringt: von Andy Warhols Factory-Truppe bis zu Romy Schneider und einer Twiggy, die um Weihnachtsgänse sicher einen großen Bogen gemacht hat. Fotografiert von Diane Arbus, Richard Avedon, Jeanloup Sieff...

Stadtmuseum bis 15. Januar Di bis So 10 bis 18, am 25.12. ab 12 Uhr, 24. und 31.12. geschlossen

Riemenschneiders Maria mit dem Kind.
Riemenschneiders Maria mit dem Kind.

Riemenschneiders Maria mit dem Kind. Foto: Krack

Eine feine Schau

Die Krippen im Bayerischen Nationalmuseum sind immer lohnend. Doch es gibt noch eine sehenswerte Neugestaltung: Der Riemenschneider-Saal ist kaum wieder zu erkennen und noch irgendein Wort zur überragenden Kunst des Bildschnitzermeisters zu verlieren wie Eulen nach Athen tragen.

Bayer. Nationalmuseum, Prinzregentenstr. 3, Di bis So 10 bis 17, Do bis 20 Uhr, 24./ 31.12. geschlossen

Jan Toorops "Glaube und Arbeit" aus dem Jahr 1902.
Jan Toorops "Glaube und Arbeit" aus dem Jahr 1902.

Jan Toorops "Glaube und Arbeit" aus dem Jahr 1902. Foto: Triton Collection

Geheimnisvolle Blicke

Vor gut hundert Jahren wurden seine Arbeiten in einem eigenen Raum im Münchner Glaspalast bewundert, doch dann geriet Jan Toorop bei uns in Vergessenheit. Die Ausstellung über einen der bedeutendsten niederländischen Symbolisten ist eine spannende Entdeckung. Mit allen Höhe und Tiefen, die eine große stilistische Bandbreite mit sich bringt. Bis 29. Januar.

Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60, Di bis So 11 bis 18 Uhr, an Heiligabend geschlossen, am 25./26. geöffnet, Silvester bis 16 Uhr

Renger-Patzschs Winterlandschaft mit Zeche Pluto in Wanne-Eickel, 1929
Renger-Patzschs Winterlandschaft mit Zeche Pluto in Wanne-Eickel, 1929

Renger-Patzschs Winterlandschaft mit Zeche Pluto in Wanne-Eickel, 1929

Mitten im Ruhrgebiet

Eben mal auf den Auslöser drücken wäre Albert Renger-Patzsch nie in den Sinn gekommen. Dieser so bedeutende Vertreter der Neuen Sachlichkeit hat lange nach dem richtigen Ausschnitt gesucht, sei es bei industriellen Objekten oder Alltagsgegenständen. In München sind nun erstmals über 80 seiner Ruhrgebietslandschaften ausgestellt, und die lassen einem bei aller Kühle das Herz aufgehen. Glückauf!

Pinakothek der Moderne, Di bis So 10 bis 18, Do bis 20 Uhr, 24., 25. und 31.12. geschlossen

Kérés Lycée Schorge in Burkina Faso.
Kérés Lycée Schorge in Burkina Faso.

Kérés Lycée Schorge in Burkina Faso. F.: Daniel Schwartz

Bunter bauen

Mit einfachsten Mitteln und im Team mit seinen Landsleuten baut der Architekt Francis Kéré in Afrika ein Gebäude nach dem anderen. In einer Werkschau ist das nun zusammengefasst.

Pinakothek der Moderne, Di bis So von 10 bis 18, Do bis 20 Uhr, 24., 25. und 31.12. geschlossen

Lichtensteins "Atomic Bust".
Lichtensteins "Atomic Bust".

Lichtensteins "Atomic Bust". Foto: Modern Art Museum/Fort Worth

Nach der Katastrophe

Schaut fast so aus, als könnte man hier weihnachtsbedinten Dampf ablassen. Tatsächlich geht es um die Verarbeitung der wahren Katastrophe: den Zweiten Weltkrieg. Die Ausstellung "Postwar" zeigt dessen künstlerische Verarbeitung – weltweit. Und man sieht so viel Unbekanntes wie selten, das weitet den Horizont.

Haus der Kunst Prinzregentenstr. 1, tägl. 10 bis 20, Do bis 22 Uhr, Heiligabend und Silvester geschl.