Teure Mieten in München: Pendeln lohnt sich bis 247 Kilometer!

München ist so teuer, dass es für Arbeitnehmer günstiger ist, sich täglich stundenlang ins Auto zu setzen, statt sich eine Übergangswohnung zu organisieren. 
von  AZ/anf
Links die Preise für eine Zweitwohnung, rechts die Radien um die Städte in diesen sich pendeln eher lohnt.
Links die Preise für eine Zweitwohnung, rechts die Radien um die Städte in diesen sich pendeln eher lohnt. © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa/Immowelt/AZ

Bis ins schöne Linz fährt man von München aus 243 Kilometer auf der Autobahn. 3 Stunden und 2 Minuten rechnen Routenplaner für die Strecke aus. Das jeden Tag zu pendeln? Puh. Doch finanziell lohnt es sich, so seltsam das klingt.

Wie die Immobilienseite Immowelt nun ausgerechnet hat, sind Zweitwohnungen in München so teuer (im Schnitt nämlich 1050 Euro kalt für bis zu 40 Quadratmeter), dass es sich für den Geldbeutel eher lohnt, täglich bis zu 247 Kilometer mit dem Auto zu fahren. Leben in Friedrichshaven am Bodensee (200 Kilometer) oder in Bayreuth (237 Kilometer) und arbeiten in München lohnt sich also, rechnet Immowelt vor.

Als Grundlage diente Immowelt sogenannte Wohnen-auf-Zeit-Angebote. Also meist möblierte Wohnungen, die Berufstätige anmieten können, die nur für eine bestimmte Zeit in einer Stadt zu tun haben.

Wohnen auf Zeit lohnt sich in München nicht

Für München lohnt sich das nicht wirklich. Zumindest nicht nach der Immowelt-Rechnung, die allerdings Absetzungsmöglichkeiten von der Steuer (Pendlerpauschale) nicht berücksichtigt.

Die Landeshauptstadt steht im Ranking – irgendwie ist man es als Münchner schon gewöhnt – mal wieder weit vorne an erster Stelle. Zum einen bei den Kosten für die Wohnung (1050 Euro kalt). Knapp dahinter befinden sich Frankfurt (940 Euro) und Berlin (850 Euro). In Hamburg, Köln und Stuttgart (je 680 Euro) sind die monatlichen Kosten für eine Zweitwohnung deutlich geringer.

Pendeln mit der Bahn ist sogar noch günstiger

Was das Pendeln angeht ist München mit 247 Kilometern an sehr einsamer Spitze. Dann kommt lange nichts. In anderen Städten, etwa Hamburg, lohnt sich aus rein finanzieller Sicht eine Zweitwohnung erst ab einer einfachen Pendelstrecke von über 144 Kilometern. Dann übersteigen die Fahrkosten für ein Auto, inklusive Fixkosten für Versicherung oder Steuern und Werkstattkosten, die Miete. In Stuttgart, Köln (je 145 Kilometer) und Düsseldorf (148 Kilometer) pendelt es sich ebenfalls lange günstiger.

Wer nicht gerne im Stau steht, kann auch auf den Zug umsteigen. Denn in allen untersuchten Städten kommt den Pendler eine Bahncard 100 weniger teuer als eine Zweitwohnung. 395 Euro kostet die im Monat (zweite Klasse). Wer in München arbeitet, spart sich so theoretisch 655 Euro im Monat.

Was man freilich eh verliert: Zeit – denn auch 3 Stunden nach Linz ziehen sich.