Sugar: Zuckersüß – und das schon lange

Das Sugar hat sich etabliert – an einer Stelle, an der schon Elvis, die Stones und noch mehr Rockstars ihre Freude hatten.  
von  Michael Graeter
„Sugar“ bei Tag: Herzogspitalstraße 6 – ein Lokal mit Geschichte(n).
„Sugar“ bei Tag: Herzogspitalstraße 6 – ein Lokal mit Geschichte(n). © Katharina Alt

Das Sugar hat sich etabliert – an einer Stelle, an der schon Elvis, die Stones und noch mehr Rockstars ihre Freude hatten: in der Herzogspitalstraße 6.

München - Zum Schluss unserer Partymeilen-Serie entlang des Altstadtringes besuchen wir das „Sugar“. Ein Urgestein des Nachtlebens: Es war einst nächtliches Wohnzimmer der Stones und von Queen.

Das Back-to-the-Future vor ein paar Jahren verlief anfangs unter der neuen Regentin Uschi Borsche nicht ganz so geschmeidig wie erwartet. Jetzt hat sich der Laden etabliert. Tom und Markus, die Lokomotiven der Pächterin, scheinen den Nerv getroffen zu haben. Zwei DJs mit unterschiedlichen Richtungen, House und Mainstream, sorgen am Wochenende für volle Hütte.

Am Sugar-Standort gab’s schon immer was zu naschen: einst im „Sugar Shack“, später im „Mia“, das nach kurzem Aufbäumen mit Katzenjammer wieder einging. Nach diesem Patzer kam Uschi Borsche, eine gelernte Make-up-Artistin, die seit über 25 Jahren eine erfolgreiche Werbeagentur betreibt und früher neben ihrem Job beim Saarländischen Rundfunk mit dem Lokal „Oldtimer“ erste gastronomische Gehversuche wagte. In München hat sie sich mit dem Mondschein-Zuckerstück eine neue Arbeit gekauft.

„Ich mache es gern, und es macht einen stolz, wenn der Laden läuft“, sagte Uschi, die in die Fußstapfen des früheren Langzeit-Betreibers Kurti Müller getreten ist. Der sensible Nachtprinz hatte einen starken Sehfehler, aber viel Gefühl für das Naheliegende: Er lockte mit einer 6000-Watt-Anlage – und die internationale Musik-Szene flog darauf, nicht nur Freddie Mercury: Brian Ferry, Status Quo, Robert Palmer, Frank Zappa, aber auch Roy Black, Udo Lindenberg, Georg Danzer und Udo Jürgens (dessen Manager Freddy Burger, Großgastronom in Zürich, als stiller Partner mit 30 Prozent am „Sugar“ beteiligt ist) – alle kamen.

Welt-Prominenz tummelte sich auf Hausnummer 6 bereits vor der „Sugar Shack“-Ära. Da hieß das Lokal noch „Moulin Rouge“. Es war ein Strip-Tempel, in dem Rock-König Elvis Presley ein paar Mal auftauchte. Inge Brandenstein, die ehemalige Bardame, erinnert sich, wie Presley ganz heiß auf die „Wäsche-Schauen“ war. Eines Abends beeindruckte ihn Animierdame Angie wegen ihrer Figur. Nach der Polizeistunde entführte Presley sie dann ins Hotel Bayerischer Hof.