Zoff statt Durchbruch

In einer Sondersitzung hat sich der Bezirksausschusses mit der Frage beschäftigt, wie es nach dem Aus für den Durchbruch der Stäblistraße weitergehen soll.
von  Almut Ringleben
Darum geht's: Die Stäblistraße (rechts in der Mitte) sollte mit der Autobahn (links) verbunden werden.
Darum geht's: Die Stäblistraße (rechts in der Mitte) sollte mit der Autobahn (links) verbunden werden. © Google Maps

In einer Sondersitzung hat sich der Bezirksausschusses mit der Frage beschäftigt, wie es nach dem Aus für den Durchbruch der Stäblistraße weitergehen soll.

Forstenried - Rund 150 betroffene und interessierte Bürger kamen zum Termin im Bürgersaal in der Züricher Straße. Sie kamen, um ihre Meinung zu vertreten – und das lautstark.

In Forstenried leiden viele Bürger unter der momentanen Verkehrssituation. Der Verkehr wird durch den Ort geleitet. Das führt zu Dauerstaus und zu heftigen Streitereien.

Die Anwohner Forstenrieds sind gespalten. Interessengemeinschaften haben sich formiert. Ein Teil ist für den Durchbruch der Stäblistraße, der diesen Monat endgültig abgelehnt wurde (AZ berichtete), ein Teil dagegen. Mit dem Ende des Projekts kam leider nicht der Frieden.

Der Zwist dauert an und das zeigte sich auch in der Sondersitzung vom Bezirksausschuss. Die BA-Mitglieder wurden von den Bürgern ausgebuht und mit „Pfui“-Rufen bedacht, gefiel ihnen die kundgetane Meinung nicht. Wurde eine Aussage unterstützt, gab's tosenden Beifall.

Emotional sind bei diesem Thema alle Bürger. Aber solch eine aufgeheizte Stimmung hat es auf einer BA-Sitzung wohl selten gegeben. Manche regten sich so auf, dass sie ihre Kommentare laut in den Saal hinein riefen.

Die Vertreter der sich gegenüberstehenden Gruppen verfingen sich in Diskussionen untereinander statt zuzuhören, wenn BA-Mitglieder diskutierten.

Die Stimmung: geladen. Zwei Fronten unter den Zuhörern. Auch unter den BA-Mitgliedern wurde heiß diskutiert, zumeist aber sachlicher als zwischen den Bürgern.

Eine Einigung aller Beteiligten auf eine gemeinsame Lösung wird schwierig werden, die Fronten sind verhärtet.

Im BA ist eine Einigung auch einfacher, da wird abgestimmt und die Mehrheit gewinnt. „So funktioniert Demokratie“, sagt der BA-Vorsitzende Hans Bauer.

So auch in der Sondersitzung. Die Bürgeranträge wurden vorgelesen, über die Formulierungen stimmte der BA ab. Alles, was eine Mehrheit fand, wird nun an den Stadtrat weitergeleitet, damit es in die Lösungsfindung einfließen kann.

Das ist nach Auffassung des BA wahre Bürgerbeteiligung. Und die soll ernst genommen werden. Deswegen unterstützt der BA auch das Vorhaben des Stadtrats, eine so genannte Bürgerwerkstatt zum Thema „Alternativen zum Durchbruch Stäblistraße“ durchzuführen.

Die solle bestenfalls noch in diesem Jahr stattfinden, aber spätestens „sobald diskussionsfähige Vorschläge der Verwaltung vorliegen“, forderte der anwesende Stadtrat Michael Kuffer. Eine Möglichkeit, diese Öffentlichkeitsbeteiligung umzusetzen, sei eine elektronische Plattform zur Diskussion und Information.

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