Tower und grüner Berg: Front an der Friedenstraße im Werksviertel

Der neue Blick von den Gleisen am Ostbahnhof auf das Werksviertel wird geprägt sein von einem schillernden 65-Meter-Turm und einer begrünten Vorzeige-Fassade.
von  Eva von Steinburg
Friedenstraße 10 und 2: Das Holzmodell zeigt die Werksviertel-Skyline der Zukunft gesehen vom Ostbahnhof.
Friedenstraße 10 und 2: Das Holzmodell zeigt die Werksviertel-Skyline der Zukunft gesehen vom Ostbahnhof. © Falk v. Tettenborn Architekten

Berg am Laim - Gerade kristallisiert sich heraus, wie schillernd der Blick auf das Werksviertel wird — von der S-Bahn aus gesehen. Auf dem früheren Gelände der Optimol-Werke ist das "Optineo"-Gebäude, Friedenstraße 10, bereits im Bau. Nieto Sobejano baut einen 65 Meter hohen Tower.

Tower-Elemente spielen auf die Industriegeschichte an

Am Dienstag präsentierte der spanische Architekt das prägende Fassadenelement: Lange konkave und konvexe Aluminium-Teile, die immer zwei Stockwerke umspannen.

Das Metall spielt auf die Industriegeschichte der Gegend an. Die Elemente glänzen in der Sonne. "Auch wenn es bewölkt ist, mein Gebäude sieht immer gut aus", sagt der Architekt.

Elisabeth Merk "ganz begeistert von der Plastizität"

Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) erklärt: "Ich bin ganz begeistert von der Plastizität. Ich denke, dass die Licht- und Schattenwirkung sehr gut gelingen kann." Die Stadtgestaltungskommission hat die präzise gearbeitete Fassade am Dienstag jedenfalls einstimmig abgenickt.

Das direkte Nachbargebäude an der Friedenstraße 2 baut die Stadtsparkasse: als ökologisch anspruchsvolles Verwaltungs- und Servicezentrum. "Wir möchten ein besonders grünes Gebäude errichten, das ein ökologisches Ausrufezeichen setzt", erklärt Architekt Falk von Tettenborn.

Für die "Neuen Arbeitswelten" gibt es zwei Varianten: Entwurf 1 setzt auf Grün in einzelnen Nischen und ist kantig. Variante 2, Favorit des Architekten, soll mehr einen grünen Hügel imitieren — mit einem Busch in jeder Nische hat das Haus dreimal so viel Grün. Tettenborns Öko-Fassade wird als "engagiert" und "experimentell" gewürdigt. Die Kommission tendiert jedoch zum kantigen Entwurf 1 — mit der Anregung beide Varianten klug zu verschmelzen.