"Todeszone": Trampelpfad über die S-Bahn-Gleise!

An dieser S-Bahn-Station gehen Fußgänger immer wieder illegal über die Gleise. Das Problem ist bekannt. Aber offenbar niemand fühlt sich zuständig...
von  Anne Hund
Der Bahnübergang ist nicht gesichert. Der SPD-Politiker im Bezirksausschuss fordert, dass dort Zäune aufgestellt werden.
Der Bahnübergang ist nicht gesichert. Der SPD-Politiker im Bezirksausschuss fordert, dass dort Zäune aufgestellt werden. © Karl Hirsch

An der S-Bahn-Station Siemenswerke gehen Fußgänger immer wieder illegal über die Gleise. Das Problem ist bekannt. Aber offenbar niemand fühlt sich zuständig...

Sendling - Zu schmal, zu niedrig, zu dunkel: So beschreiben viele Bewohner an der Baierbrunner Straße, der St.-Wendel-Straße und der Rupert-Mayer-Straße die Unterführung an der S-Bahn-Station Siemenswerke. Die Stadt will sich kümmern. Der Planungsausschuss im Stadtrat hat die Verwaltung bereits beauftragt, eine Nachbesserung für die Unterführung zu prüfen.

Im Bezirksausschuss will SPD-Politiker Karl Hirsch jedoch nicht mehr länger warten. Er verweist auf eine massives Problem: Statt die unangenehme Unterführung zu nutzen, nehmen manche Münchner auf dem Weg zur S-Bahn lieber die Abkürzung über die Gleise am südlichen Ende des Bahnsteigs. Es handele sich dabei keineswegs um Einzelfälle.

Oben neben Gleisen habe sich bereits ein Trampelpfad gebildet. Schon mehrfach habe der Bezirksausschuss auf das Problem hingewiesen. Der Übergang sei "lebensgefährlich", die Gefahrenstelle eine "Todeszone". Viele Bewohner sorgen sich.

Im Bezirksausschuss hat Karl Hirsch jetzt einen Antrag gestellt. Er fordert: "Die widerrechtlich zu nutzende Möglichkeit der Gleisüberquerung ist unverzüglich so abzusichern, dass eine Querung der Gleise unmöglich ist. Fest installierte Gitterzäune sind beidseitig bis an die südlichen Bahnsteigkanten zu installieren." Anfang März solle der Bezirksausschuss darüber abstimmen.

Schon jetzt sei das Problem der Bahn und der Stadt bekannt, klagt der SPD-Politiker. Doch so recht verantwortlich fühle sich offenbar niemand.

Die AZ hat nachgefragt: Die Sicherung der Gleise sei Bahnsache, nimmt die Stadt Stellung.

Bei der Bahn wiederum gibt ein Sprecher Auskunft, bei der Stadt wolle man sich kümmern. Dass die Bahn selbst Zäune entlang der Gleise einrichte, sei nicht üblich, es gebe dafür keine öffentlichen Mittel, so der der Sprecher.

Fakt ist: Einen provisorischen Gitterzaun an der gefährlichen Stelle hatte es im Vorjahr schon gegeben. Der Bauträger für das neue Wohnbaugebiet auf der Südseite hatte die Absperrung installieren lassen, sagt Hirsch. Die Unterführung war zu dem Zeitpunkt  wegen Bauarbeiten vorübergehend gesperrt gewesen. Fußgänger hätten also einen Umweg machen müssen, das Sicherheits-Personal der Bahn half damals mit, die Gleise zu überwachen.

Jetzt aber fühlt sich für einen Zaun scheinbar niemand zuständig, schimpft der SPD-Politiker. "Wie jetzt Anfang Februar festgestellt, sind alle vorherigen Absperrungsmaßnahmen entfernt worden. Lediglisch stehen an beiden Bahnsteigenden (südlich) Verbotsschilder, welche aber wohl kaum Beachtung finden."

Der SPD-Politiker verlangt Aufklärung: "Die Landeshauptstadt München muss unverzüglich fordern, dass die Deutsche Bahn, gegenenfalls die Hubert Haupt Immobilien Holding, die Verkehrssicherheit an der S-Bahn-Haltestelle Siemenswerke wieder herstellt."

Die schnelle Sicherung sei dringen notwendig, "ehe es zu einem Unfall kommt".