Thomas Wimmer Ring in München: Operation Verkehrsader

Bald geht’s los am Thomas-Wimmer-Ring: Der Bau einer Tiefgarage mit 520 Stellplätzen beginnt. Die AZ zeigt in der Bilderstrecke, wie es aussehen soll.
von  Nina Job
Zwischen Isartor und Maximilianstraße wird gegraben.
Zwischen Isartor und Maximilianstraße wird gegraben. © Daniel von Loeper

Bald geht’s los am Thomas-Wimmer-Ring: Der Bau einer Tiefgarage mit 520 Stellplätzen beginnt. Die AZ zeigt in der Bilderstrecke, wie es aussehen soll.

Altstadt - Nach jahrelanger Planung, vielen Diskussionen und Protesten von Bürgern wird es jetzt ernst am Thomas-Wimmer-Ring. Zwischen Maximilianstraße und Isartor werden in wenigen Wochen die Baumaßnahmen für eine dreigeschossige Tiefgarage mit 520 Stellplätzen beginnen. Unterirdisch soll es hell und übersichtlich werden, oberirdisch irgendwann grüner und ansprechender. Auch sollen in das neue Parkhaus unter der Erde ein E-Bike-Verleih, eine Radl-Werkstatt und Ladestationen für E-Autos integriert werden.

Missmut bei Bürgerinformationsabend im Hofbräuhaus

Doch zuvor stehen den Anwohnern erst einmal rund dreieinhalb Jahre Baulärm und Schmutz bevor. Und Autofahrer müssen eine Großbaustelle an einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt in Kauf nehmen. Gesperrt werden darf der Thomas-Wimmer-Ring während der Bauarbeiten nicht. Der Verkehr soll währenddessen in beiden Richtungen zweispurig weiterfließen.

Am Mittwochabend lud die Firma Wöhr + Bauer, die das Millionen-Projekt realisiert, zu einem Bürgerinformationsabend ins Hofbräuhaus ein. Der Wappensaal war bis zum letzten Platz gefüllt, immer wieder äußerten Anwohner ihren Unmut über das Großprojekt. "Wir sind überrollt worden. Unsere Einwände wurden nicht berücksichtigt", beschwerte sich etwa ein Bewohner aus dem Knöbelblock. Zwei Nachbarn von ihm klagten über den Wegfall von Anwohnerparkplätzen. Wieder ein anderer, der Wohnungen im Knöbelblock besitzt, befürchtet, dass ihm seine Mieter jahrelang die Miete mindern werden. Wohnungsbesitzer Hajo Heinke (68) stellt das gesamte Projekt in Frage: "So eine Tiefgarage im Zentrum ist kein Schritt in die Zukunft", sagte er zur AZ. "Anstatt draußen mehr Park & Ride-Plätze anzubieten, werden Autofahrer aus dem Umland erst in die City gelockt."

Im Frühjahr geht's los

Doch die Entscheidungen sind längst getroffen, die Planungen unter Dach und Fach. Die ausführenden Firmen warten nur noch auf die Baugenehmigung, "die wir in nächster Nähe erwarten", so Geschäftsführer Wolfgang Roeck von Wöhr + Bauer. Im Frühjahr soll es losgehen. Als eine der ersten Maßnahmen müssen Bäume gefällt werden. Der Projektleiter spricht von einem "Rückbau der Bäume", was im Publikum spöttisches Lachen auslöst.

Auf einer Fläche von 140 auf 45 Metern wird die neue Parkgarage entstehen. Dafür muss eine zwölf Meter tiefe Baugrube ausgehoben werden. "Es wird der emissionsärmste Baugrubenverbau", versprach Projektleiter Bernhard Deurer. Während des Aushubs werden werktags zwischen 7 und 18 Uhr 50 bis 150 Laster an- und abfahren. An Samstagen will man die Anwohner nach Möglichkeit verschonen.

 

Lesen Sie auch: Baustellen in 2017 - Obacht, Stau! Wann in München wo gebuddelt wird

Die neue Tiefgarage wird das Sina-Parkhaus (467 Plätze) in der Hildegardstraße ersetzen. Dieses wird abgerissen, wenn die Tiefgarage fertig ist – voraussichtlich 2020. An der Stelle des alten Parkhauses werden dann zwei Gebäude mit Hotelzimmern, Gewerbe und Büros gebaut.

Für Anwohner und Interessierte wird am Thomas-Wimmer-Ring ab 7. März ein "Info-Container" aufgestellt. Dienstags von 16 bis 18 Uhr kann man sich hier über den Baufortschritt informieren.