Peter von Bagh-Retrospektive

Peter von Bagh zeigt in seinen Filmen ein vielschichtiges Bild Finnlands und seiner Kulturgeschichte. Das Filmmuseum widmet ihm eine Retrospektive.
von  AZ
Das Münchner Stadtmuseum
Das Münchner Stadtmuseum © Anne Hund

Altstadt - Eigentlich sollte die Retrospektive in Anwesenheit des Filmemachers stattfinden. Leider ist Peter von Bagh am 17. September verstorben. Die Veranstaltung findet trotzdem statt. Das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum zeigt zwölf Filme des finnischen Filmhistorikers, Festivalleiters und Dokumentarfilmers.

Zur Eröffnung der Reihe am Donnerstag, 27. November, um 19 Uhr hält Stefan Drößler eine Einführung. Es werden zwei Teile der vierteiligen Dokumentarfilmreihe „Sodankylä Forever“ über das „Midnight Sun Filmfestival“ gezeigt. Der 1943 in Helsinki geborene Peter von Bagh hat seit 2001 als künstlerischer Direktor das Festival „Il Cinema Ritrovato“ in Bologna geleitet, das bedeutendste Festival für den historischen Film weltweit. Er war ein profunder Kenner der internationalen Filmgeschichte, Autor von mehr als 20 Büchern, darunter „The History of World Cinema“, Herausgeber der Zeitschrift „Filmihullu”, Programmdirektor des Finnish Film Archive (1967 bis 1985) und Mitbegründer des „Midnight Sun Film Festivals“.

Von Bagh hat mehr als 50 meist dokumentarische Filmessays in Form von Kompilationen und Collagen gedreht, in denen er ein vielschichtiges Bild Finnlands und seiner Kulturgeschichte geschaffen hat. Zwölf dieser Filme werden an sechs Abenden im Filmmuseum in der Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt.

Donnerstag, 27. November, 19 Uhr: Im Vierteiler „Sodankylä Forever“ (2010 – 2012) versammelt von Bagh viele unvergessliche Momente aus dem „Midnight Sun Festival“ im finnischen Sodankylä, 120 Kilometer nördlich des Polarkreises, wo während des Sommers die Sonne nie untergeht und die Filme drei Tage lang rund um die Uhr gezeigt werden.

Freitag, 28. November, 21 Uhr: „Erinnerung – Ein kleiner Film über Oulu in den Fünfzigern“ (2013) ist ein ebenso persönlicher wie universeller Essayfilm über die nordfinnische Stadt, in der von Bagh als Sohn des Arztes einer Nervenklinik aufwuchs. 

Mittwoch, 3. Dezember, 18.30 Uhr: Der Montagefilm „Helsinki, Forever“ (2008) ist sowohl ein Porträt der Stadt Helsinki als auch eine Reise durch die finnische Kultur- und Filmgeschichte.

Infos zu allen Filmen und Terminen der Reihe finden sich im Programmheft des Filmmuseums oder unter www.muenchner-stadtmuseum.de. Telefonische Kartenreservierungen sind unter 2 33-9 64 50 möglich. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro (Aufschlag bei Überlänge).

Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1