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Mehr Platz für Fußgänger: Umgestaltung der Augustenstraße beschlossen

Die Straße in der Maxvorstadt soll schöner werden. Dafür bekommen die Fußgänger mehr Platz und die Radler teilen sich künftig mit den Autos eine Fahrspur. Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat nun die Umgestaltung beschlossen.
von  Christina Hertel
Autos fahren hier in Zukunft langsamer, weil sie sich eine Spur mit den Radlern teilen sollen.
Autos fahren hier in Zukunft langsamer, weil sie sich eine Spur mit den Radlern teilen sollen. © Bernd Wackerbauer

Maxvorstadt - In der Augustenstraße kann man in einer griechischen Taverne Gyros essen, sich in diversen Cafés treffen, in verschiedenen Läden nach Schnickschnack stöbern. Man kann sogar in einer Second-hand-Buchhandlung englische Literatur leihen. Es gibt viel in der Augustenstraße und doch von einem zu wenig: Platz.

Fußgänger laufen auf zu schmalen Gehwegen – die Radler müssen sich an ihnen vorbeiquetschen. Das wird nun bald anders. Denn die Stadt hübscht die Augustenstraße auf. Der Gehweg wird breiter, denn der Radweg kommt weg. Dafür erlässt die Stadt neue Tempo-30-Zonen. So wird es möglich, dass sich Radler und Autofahrer die Straße teilen.

Umgestaltung der Augustenstraße beschlossen

Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat die Umgestaltung nun beschlossen. "Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wie viele Anträge es aus unserem Bezirksausschuss schon zur Augustenstraße gab", sagte Svenja Jarchow-Pongratz von den Grünen schon zuvor.

Sie ist die Chefin des Bezirksausschusses Maxvorstadt und begrüßt, dass die Radler künftig auf der Straße unterwegs sein werden. "Das Gewusel auf den Bürgersteigen hat zwar Charme. Aber es war einfach viel zu eng", meint sie. Jarchow-Pongratz hofft, dass durch den zusätzlichen Platz auch mehr Aufenthaltsqualität entsteht – etwa durch Sitzgelegenheiten oder durch mehr Bäume.

Die Visualisierung zeigt, wie die Augustenstraße einmal aussehen könnte.
Die Visualisierung zeigt, wie die Augustenstraße einmal aussehen könnte. © Die Grünen – Rosa Liste, Visualiserung H.v. Heydenaber

Viele Parkplätze in der Augustenstraße entfallen

25 Parkplätze in der Augustenstraße werden zudem in Lieferzonen umgewandelt. Weitere 45 Parkplätze werden umgebaut, damit die Fußgänger dort sicherer über die Straße kommen. Zudem entfallen zugunsten von Abstellflächen für Radl und Lastenräder Parkplätze.

Auch Bäume will die Stadt pflanzen. Zwischen Görres- und Theresienstraße soll laut der Beschlussvorlage der "Charakter einer Allee" entstehen.

Neue Tempo-30-Zonen in der Augustenstraße

Neue Tempo-30-Zonen in der Augustenstraße sind zwischen Theresien- und Brienner Straße, in der Enhuber-, Steinheil- und Rottmannstraße sowie in der Schleißheimer Straße zwischen Rudi-Hierl-Platz und Gabelsbergerstraße geplant.

Einen separaten Radweg zu bauen, wäre in der Augustenstraße nicht möglich gewesen. Das hätte den Busverkehr behindert. Doch dass sich Radfahrer künftig die Straße mit Autos teilen, sieht selbst Andreas Schuster gelassen. Er ist SPD-Stadtrat und einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens Radentscheid, das mehr Sicherheit für Radler forderte. Denn getrennte Radwege verlangen die Aktivsten nur dort, wo Autos schneller als 30 km/h fahren.

Damit Radler noch besser geschützt sind, kündigte Schuster bereits im Vorfeld an, dass seine Fraktion am Mittwoch fordern wird, dass die Augustenstraße zur Fahrradstraße wird. Dann dürften dort Radler auch nebeneinander fahren und die Autos müssten sich ihrer Geschwindigkeit anpassen.

Habenschaden: "Die Augustenstraße wird zu einer attraktiven Flaniermeile"

Münchens grüne Bürgermeisterin Katrin Habenschaden freut sich über den Beschluss: "Die Augustenstraße wird von einer reinen Durchgangsstraße zu einer attraktiven Flaniermeile. Damit erfüllen wir einen ausdrücklichen Wunsch der Anwohner*innen nach mehr Aufenthaltsqualität. Die Fußgänger*innen bekommen deutlich mehr Platz, gleichzeitig wird der Verkehr entschleunigt und damit auch für Radfahrende sicherer. Die Maxvorstadt kann sich freuen auf die neue Augustenstraße."