Innenminister Herrmann geht zum Essen - und keiner darf mehr parken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann speist in einem Edelrestaurant. Dafür werden stundenlang Parkplätze gesperrt – die dann gar nicht gebraucht werden.
von  Nina Job
Joachim Herrmann (rechts) mit seinem Gast Mladen Marinov.
Joachim Herrmann (rechts) mit seinem Gast Mladen Marinov. © Anna Pfister

Bogenhausen - Der Besuch des bulgarischen Innenministers Mladen Marinov hat am Montag in Bogenhausen für Aufsehen gesorgt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte seinen Staatsgast nach dem offiziellen Teil, bei dem es unter anderem um die EU-Außengrenzen und die Bekämpfung von Organisierter Kriminalität ging, in den Bogenhauser Hof zum Mittagessen eingeladen. Die Polizei sperrte dafür zwölf öffentliche Parkplätze und drohte mit Abschleppungen.

Joachim Herrmann (rechts) mit seinem Gast Mladen Marinov.
Joachim Herrmann (rechts) mit seinem Gast Mladen Marinov. © Anna Pfister

Für Mittagessen mit Staatsgast zwölf Parkplätze gesperrt

Ab Montagvormittag kontrollierte sie, ob sich auch alle an das absolute Halteverbot halten. Sie ermittelte die Halter der Autos, die noch dort standen, wollte ein Fahrzeug abschleppen lassen, was aber im letzten Moment verhindert wurde.

Viele Anwohner wunderten sich, manch einer ärgerte sich auch. Darunter Peter Kaufmann (86): "Als alter Münchner könnte man platzen. Mich stört dieses Machtgehabe, dass da für drei Stunden eine Straße geräumt wird", sagte er der AZ. "Es geht doch auch anders: Vorfahren, aussteigen lassen, woanders parken – und gut wär’s gewesen", meint der frühere Steuerberater. Andere fanden den Aufwand unter Sicherheitsaspekten angemessen.

Anwohner Peter Kaufmann (86) ist sauer auf den Minister.
Anwohner Peter Kaufmann (86) ist sauer auf den Minister. © Nina Job

Nur die Hälfte der gesperrten Parkplätze benötigt

Letzten Endes wurde nur die Hälfte der blockierten Parkplätze für die schwarzen Limousinen und Polizeifahrzeuge gebraucht.

Der Rest stand einfach leer. Um 14.30 Uhr war der Spuk um das Politiker-Treffen mit rund 20-köpfiger Entourage wieder vorbei.

Immerhin: Geschmeckt hat es offenbar. Und wie! "So gut habe ich noch nie gegessen", sagte ein Teilnehmer hinterher zur AZ. Es habe hervorragende Kalbsmedaillons an Pfifferlingen gegeben.

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