Das Geburtshaus steht vor dem Aus!

Das Geburtshaus in Neuhausen muss im Juli schließen - bisher gibt es keine neuen Räume für die traditionsreiche Einrichtung.
von  lkr
240 Kinder werden jährlich im Geburtshaus auf die Welt gebracht. (Symbolbild)
240 Kinder werden jährlich im Geburtshaus auf die Welt gebracht. (Symbolbild) © dpa

Neuhausen - Nach mehr als 20 Jahren soll Schluss sein. Das wollen die Hebammen in der Nymphenburger Straße 174a einfach nicht glauben, dennoch droht dem Geburtshaus die Schließung - einen neuen Standort gibt es nicht. Mit Entsetzen haben sich die Frauen an das Rathaus gewandt. Jetzt will die SPD-Fraktion mit einem Antrag Bewegung in die Sache bringen.

Seit 1994 bietet das Geburtshaus in Neuhausen eine Alternative für Frauen, die ihre Kinder weder zu Hause noch in einer Klinik auf die Welt bringen wollen. Jährlich werden dort 240 Kinder zur Welt gebracht. 13 freiberufliche Hebammen arbeiten in der Einrichtung. Zum 1. Juli 2015 läuft der Vertrag für die Räume aus, da der Vermieter Eigenbedarf angemeldet hat. Trotz intensiver Suche konnte bisher kein neuer geeigneter Standort für das Haus gefunden werden. 

"Die Problematik besteht schon länger, weil die bisherigen Räume eigentlich zu klein sind", sagt Franziska Flaig vom Geburtshaus. Die Anforderung für ein mehrstöckiges Gebäude oder eine Wohnung sind entsprechend hoch. Mindestens 250 - 350 Quadratmer Fläche sollten die Räumlichkeiten bieten. Wichtig seinen frei zugängliche Rettungswege, eine zentrale Lage mit Anbindung an den MVV und kurze Wege zu einer Geburtsklinik. Darüber hinaus wünschen sich die Hebammen zwei Kursräume, Zimmer für die Beratung und Vorsorge, zwei Geburtszimmer sowie ein großes Badezimmer für eine Gebärwanne, einen Schmutz- und einen Sauberraum, mindestens drei Toiletten, Wasseranschlüsse in allen Räumen, Büros für die Mitarbeiter sowie einen Empfangsbereich.

Mit einer Onlinepetition hat das Geburtshaus bereits 9.000 Unterstützer gefunden. Auch Bürgermeister Josef Schmid (CSU) hatte den Hebammen im November seine Unterstützung zugesagt. Eine passende Alternative wurde bislang nicht gefunden. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat nun einen Vorschlag formuliert. Als Übergangslösung könnten bestehende Räumlichkeiten des Städtischen Klinikums, die momentan saniert werden, genutzt werden. Darüber hinaus fragen die Räte an, ob "unabhängig von weiteren Überlegungen, die strategischen Planungen für den Standort des Klinikums Schwabing um den dauerhaften Betrieb des Geburtshauses ergänz werden" könnte.