Stadtflucht-Prognose: Raus aus der Stadt, rein in den Speckgürtel

Die Menschen zieht es mehrheitlich aus den Großstädten. Das hat eine ifo-Studie ergeben.
von  Ralf Müller
Vor allem Familien wollen nicht mehr mitten in der Großstadt wohnen. (Archivbild)
Vor allem Familien wollen nicht mehr mitten in der Großstadt wohnen. (Archivbild) © imago/Heinz Gebhardt

München - Die Corona-Pandemie könnte einen Beitrag zur Entlastung der Ballungszentren leisten. Nach einer Studie des Münchner ifo Instituts planen 13 Prozent der Einwohner von Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern, diese in den kommenden zwölf Monaten zu verlassen. Von diesen gaben 46 Prozent an, dass die Corona-Pandemie ihre Entscheidung beeinflusst habe.

Grundlage ist eine repräsentative Befragung von mehr als 18.000 Personen. Jeweils etwa 7.000 Befragte wurden aus Großstädten (mehr als 500.000 Einwohner) und aus dem suburbanen Raum ausgewählt. Darüber hinaus nahmen jeweils rund 2.000 Personen aus kleineren Großstädten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern und aus ländlichen Gebieten an der Befragung teil.

Der Speckgürtel ist besonders gefragt

Die Umzugswilligen wollen überwiegend nicht in den ländlichen Raum ziehen. Meistgenannte Umzugsziele waren kleinere Großstädte und suburbane Räume im Speckgürtel der Großstädte. Der (Preis-)Druck auf die Städte im S-Bahn-Gebiet könnte also weiter wachsen.

Vor allem Familien zieht es aus den Großstädten

"Viele Befragte geben an, in Zukunft weniger Kompromisse bei den eigenen Wohnverhältnissen machen zu wollen, da sie aufgrund der Pandemie mehr Zeit zu Hause verbringen", erklärte Jan-Carl Mehles, Leiter der Marktforschung bei immowelt und Co-Autor der Studie am Montag in München.

Eine bessere Anbindung des suburbanen an den urbanen Raum und ein Ausbau der Bildungsinfrastruktur in den Kommunen werden an Bedeutung gewinnen, sagt Mathias Dolls, Co-Autor der Studie, voraus. Insbesondere Familien sowie Altersgruppen in der Familiengründungsphase strebten aus den großen Städten hinaus.