Stadelheim: Gedenktafeln erinnern an Hingerichtete in NS-Zeit

An der JVA Stadelheim werden Gedenktafeln für die dort in der NS-Zeit Hingerichteten enthüllt.
von  AZ
An der neuen Gedenktafel in der Stadelheimer Straße vor der Justizvollzugsanstalt: JVA-Chef Michael Stumpf (v.l.), die Angehörigen Heinz Biackund Heide Delbeck sowie Justizminister Georg Eisenreich.
An der neuen Gedenktafel in der Stadelheimer Straße vor der Justizvollzugsanstalt: JVA-Chef Michael Stumpf (v.l.), die Angehörigen Heinz Biackund Heide Delbeck sowie Justizminister Georg Eisenreich. © Sigi Mueller

An der JVA Stadelheim werden Gedenktafeln für die dort in der NS-Zeit Hingerichteten enthüllt.

München - Im Rahmen einer schlichten Zeremonie sind am Freitag drei Gedenktafeln enthüllt worden, die daran erinnern, dass die Justizvollzugsanstalt Stadelheim eine der zentralen Hinrichtungsstätten der Nazi-Diktatur war. 1188 Menschen wurden zwischen 1934 und 1945 hinter den Mauern des Gefängnisses ermordet, unter ihnen die Geschwister Scholl.

Justizminister Georg Eisenreich (CSU) und Anstaltsleiter Michael Stumpf enthüllten die Gedenktafeln gemeinsam mit Hinterbliebenen, deren Angehörige zu den Menschen gehörten, die in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung warteten.

Heidi Delbeck (77) berichtete von ihrem Vater, einem kommunistischen Widerstandskämpfer. Er entging ganz knapp der Vollstreckung des Todesurteils. Delbeck dankte dem damaligen Anstaltspfarrer Anton Mayer und dem Münchner Anwalt Franz Josef Pfister. Ein Besuch des Mahnmals ist – im Gegensatz zu einer Gedenkstätte im Inneren des Gefängnisses – jederzeit möglich. Es steht direkt vor dem Gefängnis auf öffentlichem Grund.

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