Rekord-November: Wo bleibt der Winter?

Der November beschert uns derzeit Rekordtemperaturen. Von novembertypischen Wintervorboten keine Spur. Wann kommt endlich der Winter?  
von  az

Der November beschert uns derzeit Rekordtemperaturen. Von für die Jahreszeit typischen Wintervorboten keine Spur. Wann kommt der Winter?

Wiesbaden - Dieser Herbst läuft immer mehr zum absoluten Extrem auf. Zunächst war es im September und Oktober vor allen Dingen eins, nämlich trocken und nun kommt im November zur Trockenheit auch noch eine extrem ungewöhnliche Wärme dazu. „Bereits am Samstagmorgen gab es Frühwerte um 16 Grad, danach ging es rauf bis auf 24 Grad im Schatten.

Damit war es wärmer als auf Mallorca und das obwohl es am Samstag überwiegend bewölkt war. Dass es ohne Sonnenschein so warm wurde, ist wirklich beachtlich. Am Sonntag kam dann auch noch die Sonne dazu und wiederum wurden bis zu 23 Grad erreicht. Die Menschen waren in T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs. In vielen Landesteilen wurden jahrzehntealte Rekorden gebrochen. Man hätte meinen können, man sei im Sommer. Und auch die neue Arbeitswoche ist extrem warm gestartet.

WO IST DER WINTER?

Ende November öffnen die ersten Christkindlmärkte. Die Chancen auf typisches Glühweinwetter sind derzeit allerdings sehr gering. Dass es im November noch zu einem Wintereinbruch kommt, erscheint unwahrscheinlich. Vielleicht wird es in der letzten Novemberdekade ja etwas kühler. Das kann man heute aber seriös noch nicht sagen.

Im letzten Jahr fiel der erste Schnee übrigens am 6. November. Davon sind wir dieses Jahr meilenweit entfernt.

SO WERDEN DIE NÄCHSTEN TAGE

Der hohe Luftdruck hat einen langen Atem und hält weiter an. Regen ist in den nächsten sieben Tagen nur im Norden zu erwarten. Im Süden herrscht weiterhin Dürre.

"Am Montagmorgen wurden im Westen schon wieder 16 Grad gemessen", erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Die warme Luft strömt direkt aus dem westlichen Mittelmeerraum zu uns. Das wird auch in den nächsten Tagen so bleiben. Dabei wird es zwar im Norden zeitweise mal etwas windiger oder gar stürmisch werden, die milde Luft bleibt aber durchweg erhalten. Südlich des Mains geht das trockene und goldene Herbstwetter weiter. Hier wird die Dürre langsam zum Problem. Sämtliche Flüsse führen Niedrigwasser. Am Rhein nähern sich die Wassersstände beispielsweise den Rekordtiefstwerten des Jahrhundertsommers von 2003 an. Die Schifffahrt muss bereits auf die Bremse treten und darf die Schiffe nicht mehr voll beladen.

 "Aktuell liegt die Mitteltemperatur beim November 2015 bei 9,3 Grad. Damit ist es derzeit der wärmste November seit dem Jahr 1761. Der bisher wärmste November war im Jahr 1963 und 2009. Damals lag der Durchschnittswert bei 7,4 Grad. Da liegen wir schon jetzt knapp 2 Grad darüber. Da auch die gesamte kommende Woche viel zu warm bleiben wird, könnten wir auch einen Rekord-November zusteuern", so Jung.

Übrigens: Ein Durchschnittsnovember würde eine mittlere Temperatur von nur 4,0 Grad bringen. Wir liegen also derzeit 5,3 Grad zu hoch. Das ist enorm!

 

Dienstag: 13 bis 19 Grad, im Norden viele Wolken, etwas Regen, nach Süden vielfach goldener Herbst und trocken

Mittwoch: 11 bis 17 Grad, Sonne und Wolken im Wechsel, trocken

Donnerstag: 13 bis 18 Grad, meist freundlich und trocken

Freitag: 11 bis 17 Grad, im Norden wieder Wolken, Wind und etwas Regen, nach Süden freundlich

Samstag: 7 bis 11 Grad, vorübergehend deutlich kühler, Sonne, Wolken und besonders nördlich des Mains einzelne Schauer

Sonntag: 10 bis 17 Grad, wieder wärmer, Mix aus Sonne, Wolken und kurzen Schauern

Montag: 12 bis 17 Grad, überwiegend freundlich und trocken