Reiter: "Wir sind nicht mehr die selben"

Oberbürgermeister Dieter Reiter über die Folgen des Amoklaufs – und darüber, warum ihm die Reaktion der Münchner Mut macht
von  AZ
Joachim Herrmann, Barbara Stamm, Horst Seehofer und Dieter Reiter (r.) besuchen am Tag nach dem Amoklauf den Tatort am Olympia-Einkaufszentrum.
Joachim Herrmann, Barbara Stamm, Horst Seehofer und Dieter Reiter (r.) besuchen am Tag nach dem Amoklauf den Tatort am Olympia-Einkaufszentrum. © dpa

München - Nach dem blutigen Amoklauf am OEZ) nun darüber gesprochen, was das Attentat für Folgen haben wird – für die Stadt und für ihn persönlich.

Ein solch bedrückendes und erschreckendes Wochenende gehe nicht spurlos an einem vorbei, erklärte Reiter. „Zumindest für diese Woche sind wir nicht mehr ganz dieselben“, so der OB in einem BR-Interview.

Die Stadt sagte deshalb vorläufig alle Kulturveranstaltungen ab. Der Start des Theatron-Musiksommers ist auf kommende Woche verschoben, der städtische Tanzpreis wird erst nach der Sommerpause verliehen. Laute Musik und ausgelassene Stimmung seien momentan nicht angebracht. „Das gebietet der Respekt vor den Opfern und deren Angehörigen und Familien“, so der Oberbürgermeister.

Den Hinterbliebenen der Opfer hat Reiter schriftlich sein Beileid bekundet und dabei auch ein persönliches Gespräch angeboten.

Was so ein Anschlag langfristig mit einer Stadt mache, das wisse er nicht, sagte Reiter. Er finde es jedoch ermutigend, wie die Leute mit der Situation umgegangen seien. „Die Münchner haben überragend reagiert“, sagte er. Dass Menschen einander die Türe aufmachen und sich Schutz gewähren – und das in einer Situation, in der draußen noch geschossen wird: „Das ist eine Solidarität, wie wir sie in München schon mehrfach erlebt haben – aber in dieser Situation war sie besonders wichtig.“

Auch für die Polizei hatte Reiter lobende Worte: „Ein perfekter Einsatz“, sagte er. Vor allem die Informationspolitik sei beispielhaft gewesen.