Kommentar

Radwege in München: Breite allein zählt nicht

Lokalchefin Sophie Anfang über den Radwegbreite-Test.
von  Sophie Anfang
Münchens Radwege sind laut einem Automobilclub gerade mal "ausreichend."
Münchens Radwege sind laut einem Automobilclub gerade mal "ausreichend." © Monika Skolimowska/dpa

Wenn sogar ein Automobilclub feststellt, dass Münchens Radwege nur "ausreichend" sind, dann ist das wahrlich ein schlechtes Zeugnis für die Stadt. Bitter auch, dass der laut Testergebnis einzig brauchbare Radlweg der ist, der direkt an der Isar und damit nicht in Konkurrenz zum Auto verläuft.

Das zeigt: In der Stadt bekommt das Auto immer noch deutlich mehr Platz als das Rad. Deshalb ist der Ruf nach einem Verkehrskonzept, das, wie es der ADAC-Sprecher sagt, "die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt", zwar ein nettes Anliegen - aber in einer engen Stadt illusorisch. Wer sicherere Radlwege möchte, wird nicht umhin kommen, anderen Verkehrsteilnehmern Platz wegzunehmen. Weil Fußgänger sich meist auch auf schmalen Trottoirs auf den Füßen stehen, wird es das Auto sein, das Fläche hergeben muss.

Ein breiter Radweg ist übrigens nicht das einzige, was zählt - das Wegenetz muss durchgängig sein. Wo Radler zwischen Autos auf der Straße fahren, wird es schnell gefährlich. Und schlecht für die Stimmung zwischen Radlern und Autofahrern ist es obendrein.