Serie

Münchner Foto-Schätze: Auferstanden aus Ruinen

Teil 4 der AZ-Serie: Der außergewöhnliche Foto-Fundus zeigt rare Aufnahmen der Residenz während der Zerstörung und auch nach dem Wiederaufbau.
von  Thomas Müller
Was für eine Zerstörung: der Blick in die westlichen Hofgartenarkaden, Richtung Süden, im Jahr 1944.
Was für eine Zerstörung: der Blick in die westlichen Hofgartenarkaden, Richtung Süden, im Jahr 1944. © Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte

München - Wenn man den Wittelsbachern eines sicherlich nicht nachsagen kann, dann dieses: dass sie nicht in großen Dimensionen gedacht hätten. Oder, sammelwütig wie sie waren, maßlos bescheiden gewesen wären. Bestes Beispiel: Die Residenz, jahrhundertelang Regierungssitz der bayerischen Herzöge (bis 1623), Kurfürsten (bis 1805) und Könige (bis 1918) ist eben nicht nur ein verdammt großes Stadtschloss. Nein, mit 40.000 Quadratmetern Grundfläche ist es das größte Stadtschloss Deutschlands.

Zerstörte Residenz: Noch im Krieg wurde der Wiederaufbau geplant

Und mit seinen mehr als 150 Schauräumen ist es sogar eines der bedeutendsten Schlossmuseen Europas. Und das trotz des Bomben-Infernos im Krieg, vor allem der Angriffe 1944 und 1945, die der Residenz beinahe den Garaus gemacht hätte.

Warum die Residenz wie ein Phönix aus der Asche wiederauferstehen konnte? Weil man noch im Krieg den Wiederaufbau geplant hat: Fast das gesamte Mobiliar sowie ein Großteil der Wand- und Deckenverkleidungen wurden bereits vor den ersten Bombenangriffen ausgelagert. Und das, was nicht abmontiert oder abgeschraubt werden konnte, hat man akribisch fotografisch dokumentiert. Um Vorlagen zu haben beim Wiederaufbau und für die Rekonstruktion.

Wiederaufbau dauert bis heute an

Diese dauert übrigens bis heute an: Nach schweren Schäden im Krieg war die von Leo von Klenze entworfene "Gelbe Treppe" zunächst schmucklos, in sehr vereinfachter Form wiederhergestellt worden. Ein Nachhall des weit verbreiteten Unverständnisses für die Kunst des 19. Jahrhunderts, der bis ins 20. Jahrhundert hineinreichte. Von 2017 bis 2021 wurde sie dann rekonstruiert. Das Ergebnis ist eine Wucht.

In der Bilderserie oben sehen Sie seltene Fotodokumente von Zerstörung und Wiederaufbau der Residenz - allesamt aus dem Foto-Schatz der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.


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Informationen zum Zentralinstitut für Kunstgeschichte gibt es hier.