München-Englschalking: 19-Jährige beinahe von Zug erfasst worden

Eine 19-Jährige ist am Freitagmorgen beinahe von einem Zug erfasst worden. Da sie Kopfhörer getragen und die Gleise unerlaubt überquert hat, ermittelt nun die Polizei. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in dieser Woche – teils mit tödlichem Ausgang.
von  AZ

München - Nur wegen der sofortigen Schnellbremsung des Lokführers und eines vorhergehenden Achtungspfiffes hat eine 19-Jährige wohl ihr Leben zu verdanken. Die Italienerin war am Freitagmorgen in Englschalking unterwegs und wollte die Gleise an unerlaubter Stelle überqueren.

Die 19-Jährige hatte Kopfhörer auf und war an einem Trampelpfad unterwegs. Die herannahende Rangierlok nahm sie nicht wahr. Den Achtungspfiff hörte sie erst, als sie schon auf den Gleisen war. Der Lokführer leitete zudem eine Schnellbremsung ein – er hätte die 19-Jährige sonst touchiert.

Die Italienerin und der Lokführer erlitten einen Schock, beide mussten durch Rettungskräfte betreut werden. Der Lokführer konnte seinen Dienst nicht fortsetzen und musste von einem Kollegen abgelöst werden. Gegen die 19-Jährige wird nun wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Es kam zu Beeinträchtigungen.

37-Jähriger in Türkenfeld überfahren

Diese Woche gab es bereits zwei ähnliche Fälle rund um München. Erst am Montagabend hatte ein alkoholisierter 35-Jähriger am Bahnhof Gronsdorf widerrechtlich die Gleise zum Bahnsteig abgekürzt und damit eine S-Bahn zu einer Schnellbremsung gezwungen.

Zwei Tage später, am Mittwoch, kam ein 37-Jähriger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck am Bahnhof Türkenfeld ums Leben. Eine S-Bahn hatte ihn erfasst, als er gerade an unerlaubter Stelle abkürzte.

Lokführer müssen teilweise den Beruf wechseln

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang vor solchen Abkürzungen bzw. davor, Gleise an nicht dafür vorgesehenen Stellen zu überqueren. Neben dem eigenen Leben spielt man dabei auch immer mit der Gesundheit von Fahrgästen und Lokführern. Einige müssen nach solchen - teils mehrmaligen Vorfällen - sogar den Beruf wechseln.