München: Drei Polizisten ins Krankenhaus gestoßen

Prozess um Unterbringung eines psychisch gestörten Mannes (28).
von  AZ/jot
Cem K. mit seinem Anwalt Günter Reisinger.
Cem K. mit seinem Anwalt Günter Reisinger. © Bernd Wackerbauer

München - Wer ihn am Montag beim Prozessauftakt erlebt hat – ruhige Bewegungen, feste, klare Stimme – mag nicht glauben, dass Cem K. (28, Name geändert) an einer psychischen Krankheit leidet und sich bei einem Einsatz so gewehrt hat, dass drei Polizisten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus mussten.

Drei Polizisten verletzt

Hintergrund des Polizeieinsatzes am 5. Juli 2017 in Germering: Die drei Beamten wollten die Personalien des Mannes feststellen, der sich zuvor im Internet als Terrorist bezeichnet hatte und Bekannten drohte, sie "mit ins Paradies zu nehmen". Cem K. erklärt, dass er das nur tat, "um Aufmerksamkeit zu bekommen".

"Ich habe mich nur losgerissen", schildert der 28-Jährige dann die Situation im Treppenhaus. Er habe niemanden verletzen wollen. Doch die Staatsanwaltschaft sagt, dass er einen Polizisten so heftig am Arm gezogen habe, dass diesem zwei Sehnen abrissen. Cem K. habe den Beamten dann gestoßen. Der Mann riss seine Kollegen mit, so dass am Ende drei Polizisten am Boden lagen.

Prozess: Kommt der psychisch Kranke in eine Unterbringung?

Verteidiger Günter Reisinger sagt, dass sich sein an einer psychotischen Störung leidende Mandant gut entwickelt habe. Er wurde bereits aus der einstweiligen Unterbringung entlassen, arbeitet als Staplerfahrer und kümmert sich mit seiner Freundin um die Tochter (1).

Also gute Chancen die Unterbringung abzuwenden? Der Prozess dauert an.

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