Mit Groove durch die Buga

Jeden Freitag erzählt ein bekannter Münchner in der AZ von seinem Wochenende. Heute ist das der DJ John Munich.
von  John Munich

Jeden Freitag erzählt ein bekannter Münchner in der AZ von seinem Wochenende. Heute ist das der DJ John Munich.

Der Sonntag ist bei uns kein klassischer Familientag, da ich vormittags entweder den „Doppelpass” musikalisch begleite , den Fußball-Talk von Sport1, oder erst von einem DJ-Job zurückkomme. Aber meine Familie hat sich mittlerweile daran gewöhnt. Statt eines Familien-Brunchs am Morgen gibt es dann eben ein gemeinsames Mittagessen.

Danach unternehmen wir oft etwas, fahren zum Tegernsee raus oder wir gehen in den Park – ich, meine Frau Hayah und die drei Kinder. Mittlerweile sind unsere Großen in einem Alter, in dem sie lieber mit Freunden etwas unternehmen als mit den eigenen Eltern. Alles hat eben seine Zeit, aber zumindest ist unser Nachzügler Lilly mit ihren vier Jahren noch ganz anhänglich.

Wir gehen auch gerne essen am Wochenende. Meine Frau stammt ursprünglich aus Korea. Auf der Leopoldstraße gibt es das Seoul, ein koreanisches Restaurant. Wir lieben die Gerichte dort: Bulgogi, Kimchi und so weiter. Allgemein gehen wir gerne asiatisch essen. Zum Beispiel auch Thailändisch im Yum in der Utzschneiderstraße am Viktualienmarkt, oder ins Champor in der Warthestraße in Denning, das ist ein malaiisches Restaurant. Ansonsten wird viel zu Hause gekocht, da laden wir auch gerne Freunde zu uns ein.

Eines meiner Hobbys ist Sport: Mit dem Rad die Hügel in der Buga rauf und runter, schwimmen im Phoenixbad in Ottobrunn. Momentan schwächele ich ein bisschen, aber ich gehe immerhin noch regelmäßig joggen. Ich höre dabei gerne Vocal-House, groovigen Sound mit Saxofon, Gesang und Percussion. Vom Rhythmus her ist das vielleicht nicht optimal, da der Puls zwischen 120 und 140 Schläge pro Minute sein soll, aber meistens läuft die Musik auch nur nebenher und gibt nicht den Beat vor.

Früher bin ich auch oft Inlineskaten auf der Theresienwiese oder vor der Oper gegangen und habe dabei auf meinen Rollen getanzt – so wie ich es in meiner Zeit in New York gelernt habe. Da haben sich die Leute immer zur coolen Musik aus einer Boombox bewegt, da ist man nicht nur einfach vom Bordstein gehüpft.

Ein weiteres Hobby von mir ist die Fotografie. Ich habe mich auf Strukturen spezialisiert. Ich ziehe mit der Kamera oft durch die Stadt und suche meine Motive: ein Muster an einer Hausfassade, das aussieht wie ein wildes Tier oder Ähnliches. Die Nachbearbeitung mit verschiedenen Methoden ist eine kreative Herausforderung, die mir wirklich Spaß macht. Und das Ergebnis am Schluss ist der Lohn für den Fleiß.

Und neben meiner Familie ist Musik natürlich die größte Leidenschaft von mir. Ich werde ja oft als Event-DJ gebucht und habe jeden ersten Donnerstag im Monat im Rilano No.6 in der Ottostraße meine eigene Veranstaltungsreihe: „Munich’s Finest”. Auch im Radio auf Gong 96.3 habe ich unter dem gleichen Namen jede Samstagnacht meine eigene Sendung. Dafür bin ich sehr dankbar und freue mich, mir damit eine eigene Plattform geschaffen zu haben.

Als DJ ist es heute schwierig, Stücke aufzulegen, wenn sie dem Publikum nicht bekannt sind. Wenn die Leute etwas nicht kennen, ist es leider schwer, sie damit zum Tanzen zu bringen. Früher war das irgendwie anders. Da ist der DJ Lupo aus dem P1 nach New York geflogen und mit Stücken zurückzukommen, die hier noch völlig unbekannt waren. Die Leute fanden das gut und waren offen dafür.
Mittlerweile entdecken die Jugendlichen neue Musik über Youtube und andere Medien. Ich kann immer nur darüber staunen, wie schnell sich das verbreitet. Meine große Tochter zum Beispiel hat mich mal angerufen und mir Klingande und Klangkarussell vorgespielt – und das zu einer Zeit, als die noch unbekannt waren.

Protokoll: Florian Zick