Mieter in der Corona-Krise: Am Limit

Der Lokalchef der AZ über Mietenpolitik in und nach der Krise.
von  Felix Müller
Der AZ-Lokalchef über Mieten in Zeiten der Corona-Krise.
Der AZ-Lokalchef über Mieten in Zeiten der Corona-Krise. © AZ/dpa

Der Lokalchef der AZ über Mietenpolitik in und nach der Krise.

Mehr als 50.000 Münchner könnten schon in wenigen Monaten nicht mehr in der Lage sein, die Miete selbst und pünktlich zu zahlen. Das hat der Mieterverein, dessen täglich Brot die Betreuung solcher Fälle ist, vor einigen Tagen geschätzt. Auf die Stadt droht eine Welle sozialer Probleme zuzurollen. Wer sie abbremsen will, muss auch und zuallererst in der Mietenpolitik ansetzen.

Auf dem Land, wo der Eigentümeranteil extrem hoch ist, in anderen Städten, in denen die Mietbelastung oft nicht mit der in München vergleichbar ist, mag das Thema ein Randproblem sein. Aber in München ist die Frage existenziell, wie gut es der Politik jetzt gelingt, die Mieter zu schützen. Dafür, dass es weiter gemischte Nachbarschaften gibt. Kleine Geschäfte. Münchner die den fälschlicherweise sogenannten einfachen Tätigkeiten nachgehen. Die Mieter in der Stadt waren schon vor der Krise am Limit. Jetzt muss die Politik auf allen Ebenen, vor allem aber im Bund, alles tun, um Massen an Corona-Mietkündigungen zu verhindern. Der Mieterschutz, wie wir ihn bisher kannten, wird dafür nicht ausreichen.

Gut, dass das in der Politik viele verstanden haben und nun ernsthafte Maßnahmen in Gang kommen. Die Zeit drängt sehr. Denn Miete zahlen müssen die Münchner jeden Monat. Und schon im April kommt bei sehr, sehr vielen wegen Kurzarbeit weniger Geld aufs Konto.

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