Löwenfan verprügelt: Das Nachspiel vor Gericht

Zwei Anhänger von Kickers Würzburg haben einen Löwen-Fan verletzt. So schwer, dass der 21-Jährige ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Jetzt stehen die beiden Täter vor Gericht.
von  John Schneider
Haben sich bei ihrem Opfer entschuldigt: die beiden Kickers-Würzburg-Fans mit Anwalt vor Gericht.
Haben sich bei ihrem Opfer entschuldigt: die beiden Kickers-Würzburg-Fans mit Anwalt vor Gericht. © jot

München Die Würzburger Kickers haben den Aufstieg in die Regionalliga geschafft. Szenen wie am 5. April 2014 vor dem Grünwalder Stadion, als jeweils 30 Fans der Löwen und der Kickers aufeinander einprügelten sind damit unwahrscheinlich geworden. Zumindest für diese Saison.

Zwei der Kickers-Fans (24, 29) mussten sich am Montag vor dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Sie hatten vor dem Sechzger-Stadion einen Löwenfan zu Boden geschlagen und den am Boden liegenden Mann (21) getreten. Das Opfer der Prügelattacke kam damals mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus.

Der Würzburger (24) soll nach Polizeiangaben zuerst zugeschlagen haben. Ein Löwenfan habe dann mit einer Gürtelschnalle zugeschlagen, dabei aber nicht den Schläger, sondern den 28-Jährigen getroffen haben.

Der sagt, er habe sich in der Situation bedroht gefühlt: „Ich habe dann gedacht, dass der Mann am Boden aufsteht und habe zugetreten.“ Eine Beobachtung, die er exklusiv hat, wie der Amtsrichter gestern im Prozess klarstellte: „Alle Polizisten sagen etwas anderes aus.“

Die beiden Würzburger wurden festgenommen, sie sind der Polizei als Gewalttäter in Stadien ebenso bekannt wie der verletzte 21-jährige.
Immerhin: Die beiden Kickers-Fans haben ihre Aktion vielleicht doch ehrlich bereut. Sie schrieben jedenfalls Entschuldigungsbriefe und zahlten ihrem Opfer 2000 Euro Schmerzensgeld.

Der 24-Jährige will sich ganz vom Fußball zurückgezogen haben.