Kritik an Biotopia: Museum soll beim Schloss Nymphenburg bleiben

Am Museum in Nymphenburg gibt es Kritik. Warum der Bezirksausschuss trotzdem daran festhält.
von  Christina Hertel
So soll Biotopia einmal aussehen.
So soll Biotopia einmal aussehen. © Staab

München - Direkt neben Schloss Nymphenburg soll Biotopia entstehen. Für die einen steht dieser Name für ein modernes Naturkundemuseum, um das die Welt München einmal beneiden wird. Für die anderen steht Biotopia für eine Bausünde neben dem Schloss, in der der Staat viele Millionen verbuddelt.

Finanzierung für Biotopia steht auf der Kippe

Denn inzwischen wird seit fast zehn Jahren an Biotopia geplant. Die Kosten sollen mittlerweile bei 200 Millionen Euro liegen. Doch das Geld sitzt nicht mehr so locker, die Finanzierung steht auf der Kippe. Der Landtag wird wohl erst im Herbst entscheiden, ob er das Museum bezahlen will.

Biotopia als neues Natur-Kultur-Quartier 

Außerdem regt sich Widerstand: Der CSU-Stadtrat Leo Agerer hat die Petition "Biotopia in Schloss Nymphenburg stoppen" gestartet. Inzwischen haben fast 1.400 Menschen unterzeichnet, die alle einen anderen Standort für das Museum fordern.

Anna Hanusch, die Chefin der Grünen im Münchner Stadtrat und Chefin des örtlichen Bezirksausschusses ist, hält hingegen an den Plänen fest: Das jetzige Konzept sei auf diesen Standort ausgelegt, antwortet sie auf eine AZ-Anfrage. "An einem anderen Ort müsste es wieder komplett überdacht werden."

Anna Hanusch (Grüne)
Anna Hanusch (Grüne) © Grüne

Schloss Nymphenburg biete die Möglichkeit "zur direkten Verzahnung mit der Biodiversität im Schlosspark und zum Botanischen Garten". Auch der Leiter des Museums Michael John Gorman verwies im Interview mit der AZ darauf, dass in Nymphenburg mit Biotopia ein neues Natur-Kultur-Quartier entstehen könnte - so ähnlich wie das Kunstareal rund um die Pinakotheken.

Kommt ein neues Verkehrskonzept für Biotopia?

Allerdings gibt es auch unter den örtlichen Kommunalpolitikern Skepsis: Beim Verkehrskonzept sieht der Bezirksausschuss "noch großen Nachholbedarf", sagt Hanusch. "Allerdings kann Biotopia aber guter Anlass sein, endlich für die gesamte Anlage schlüssige Ideen zu entwickeln." Denn bis jetzt ist Parken rund um das Schloss kostenlos. Doch damit werde ein falscher Anreiz gesetzt, meint Hanusch.

Museumsplaner sollen Kommunalpolitikern bald Lösungen präsentieren

Nachhaltiger könnte aus ihrer Sicht zum Beispiel eine neue Buslinie sein, die direkt vor dem Schloss hält. Auch ein dichterer Takt der Tram, Radstationen und Museumstickets, die eine Anfahrt im ÖPNV beinhalten, könnten sinnvoll sein.

Allerdings seien diese Konzepte dem Bezirksausschuss bis jetzt noch nicht vorgelegt worden, sagt Gudrun Piesczek (CSU). Sie sitzt dort sowohl im Ausschuss für Stadtplanung als auch für Verkehr. "Wir wissen noch nicht einmal, wie viele Besucher erwartet werden." Sie erwartet, dass die Museumsplaner den Kommunalpolitikern bald Lösungen präsentieren - und zwar bevor der Landtag die Entscheidung fällt, ob er das Museum finanzieren will.