Magische Plätze: Kraftorte in München und dem Umland

Es gibt sie: Zahlreiche Plätze, an denen uns eine tiefe Ruhe oder Lebendigkeit durchströmt. Es sind Orte, an denen heilige Quellen sprudeln, Kraft spendende Steine liegen oder magische Bäume wachsen.
| Doris Iding
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Mariabrunn aus der Vogelperspektive.
imago 4 Mariabrunn aus der Vogelperspektive.
Der Altar in der Marienklause.
imago 4 Der Altar in der Marienklause.
Die mächtige Tassilo-Linde in der Nähe des Klosters Wessobrunn.
dpa 4 Die mächtige Tassilo-Linde in der Nähe des Klosters Wessobrunn.
Die steinerne Rinne von Landau.
LfU Bayern 4 Die steinerne Rinne von Landau.

München - Für den einen sind es Orte, an denen man sich mit dem verbinden kann, was mit dem Auge nicht gesehen, mit dem Verstand nicht verstanden, aber mit dem Herzen und dem ganzen Sein erfahren werden kann. Für andere sind es Plätze, an denen es einfach nur „schee is“. Wir stellen heute einige davon vor.

Um Kraftorte sind zahlreiche Mythen entstanden, weil manche Menschen sich dort sehr schnell entspannen, stärken oder beruhigen. Und manch einer erfährt dort sogar eine geistige Bewusstseinserweiterung oder körperliche Heilung.

Zugeschrieben wird diese Wirkung besonderen Erdstrahlen oder heilsamen Energien – oder unerklärlichen Phänomenen. Während das, was hier passiert, für den einen reiner Hokuspokus ist, ist für einen anderen logisch nach den Prinzipien und Erkenntnissen der Geomantie oder des Feng Shui nachvollziehbar.

Besonders häufig passieren solche Dinge an Orten, an denen Quellen vorhanden sind. An manchen dieser Quellen entstanden bereits vor vielen Jahrhunderten Kapellen, an anderen entwickelten sich Thermalbäder, wieder an anderen wird auch heute noch Mineralwasser abgefüllt. So zum Beispiel in Bad Adelholzen.

Handy ausschalten und genießen

Andernorts wie in Bad Leonhardspfunzen oder bei Mariabrunn bei Dachau wurde um solche Quellen eine Kapelle gebaut. Hier passierten Wunder, die später zu Pilgerorten wurden. Viele von ihnen wurden zu zeitlosen Pilgerorten, andere gerieten in Vergessenheit.

Ähnlich verhält es sich mit Kraftorten, an denen besondere Steine oder Bäume stehen. Steine werden besonders dann als Kraftort bezeichnet, wenn sie durch eine außerordentliche Form auffallen. Mancherorts wurden solche Steine, denen man eine besondere Wirkung nachsagt, sogar in Kirchen und Kapellen integriert.

Bäume hingegen machen auf Unsichtbares aufmerksam: Wenn zum Beispiel sogenannte Elfenaugen entstehen, oder die Äste zweiter Bäume zusammenwachsen, passiert dies nicht zufällig. Solche Wuchsformen sind Hinweise für Kraftfelder, auf denen die Bäume wachsen. Wer einmal die Sprache der Kraftorte gelernt hat, der wird mit anderen Augen und einem offenen Herzen durch die Welt gehen.

Wer solche magischen Orte besucht, tut gut daran, sich ein bisschen Zeit zu nehmen. Das Handy ausschalten und den Ort einfach genießen.

Wer mag, verbindet den Besuch mit einer kleinen Meditation. Lassen Sie alles einfach sein, was sich zeigt oder auch nicht zeigt. Einfach so. Atemzug für Atemzug. Von Moment zu Moment. Nichts hinzufügen. Nichts wegnehmen.

Marienklause und Jakobsquelle

Der Altar in der Marienklause.
Der Altar in der Marienklause. © imago

Es muss nicht immer gleich der Jakobsweg in Spanien sein. Warum nicht mal in München auf dem St-Jakobs-Platz starten und vor hier aus auf dem Pilgerweg zur Marienklause und Jakobsquelle an der Isar laufen.

Die Klause wurde im Jahre 1866 von Martin Achleitner gestiftet, der an der hier angesiedelten Schleuse als Wassermeister tätig war. Mit der Klause wollte er der Mutter Gottes danken, die ihm seinen eigenen Angaben zufolge mehrfach das Leben gerettet hatte.

Unterhalb der Klause entspringt die Jakobsquelle, die Achleitner fasste. Er schuf somit ein Ensemble aus Quellhaus, Kapelle, Kreuzwegstationen und Andachtsnischen, die bis zum heutigen Tag von Pilgern des Jakobsweges besucht werden.

Anfahrt: Wer die Klause als eine Etappe des Jakobsweges machen möchte, startet zu Fuß am St.-Jakobs-Platz. Oder fährt zur U-Bahn-Station Obersendling oder der S-Bahn-Station Siemenswerk und geht ca. zwei Kilometer bis zur Klause neben der Marienklausenbrücke.

Kleinod Mariabrunn

Nördlich von Dachau, gut versteckt im Wald, liegt das Kleinod Mariabrunn. Während heute nur ab und zu ein paar Wallfahrer ihren Weg hierher finden, kurierten hier noch vor 150 Jahren Fürsten und Kaiser aus ganz Europa. Der Quelle wurde damals nicht nur eine besondere medizinische Heilkraft nachgesagt. Der Ursprung dieses Ortes geht auf das Jahr 1662 zurück, als der Holzhauer Stephan Schlairböck hier Holz hackte.

Er entdeckte dort eine kleine Quelle und kaum hatte er den ersten Schluck genommen, fiel ihm seine „Bruchbinde“ ab, die er seit seinem 18. Lebensjahr trug. Er erneuerte die Binde zu Hause wieder. Als er am nächsten Tag jedoch wieder davon trank, fiel sie ihm wieder ab und der „Leibsschaden“ hatte sich verkleinert und seine Schmerzen vergingen. Er kniete nieder und danke Gott für diese Gnade. Schnell sprach sich die Heilung herum und der wundersame Ort wurde durch einen Adligen gefördert.

Heute muss man die etwas verlassen dastehende Quellfassung mit Handpumpe suchen. Aber wer sich Zeit nimmt, und nicht gleich in den schönen Biergarten geht, kann die Kraft dieses Ortes erfahren.

Anreise: Von der S-Bahn Hebertshausen etwa 5 Kilometer zu Fuß.

Sagenumwoben: Die riesige Tassilo-Linde von Wessobrunn

Die mächtige Tassilo-Linde in der Nähe des Klosters Wessobrunn.
Die mächtige Tassilo-Linde in der Nähe des Klosters Wessobrunn. © dpa

Ein besonderer Kraftort befindet sich gut 65 km von München entfernt. Es ist eine alte Linde, unter der bereits im Jahre 753 ein kleines Wunder geschah. Damals verbrachte der bayerische Herzog Tassilo III nach einer anstrengenden Jagd eine Nacht unter diesem Baum und hatte in einem Traum eine Vision, die zur Gründung des Klosters Wessobrunn führte.

Er träumte von drei Quellen, die kreuzförmig zusammenflossen. Er träumte weiter, dass Engel auf einer Himmelsleiter herunterkamen und Wasser aus einer Quelle schöpften. Am oberen Ende stand eine Gestalt, die aussah wie Petrus. Als Tassilo am nächsten Morgen erwachte, ließ der Herzog sofort nach den Quellen suchen.

Unweit der Linde wurde man fündig und Tassilo sah darin ein Zeichen Gottes, hier ein Kloster zu bauen. Das Monasterium Wessofontanum wurde gebaut. Der Name geht auf den Weggefährten des Herzogs zurück, der die Quelle fand.

Wie die meisten Klöster durchlebte auch Wessobrunn gute und schlechte Zeiten. Heute befindet sich ein Teil im Besitz der Naturkosmetik-Firma Martina Gebhardt (Besichtigung: Dienstag bis Freitag um 13.30 Uhr), der andere Teil gehört der Pfarrstiftung (Besichtigung: Mi–So, 15 Uhr).

Der Garten des ehemaligen Klosters ist zugänglich und einen Besuch wert. Die Linde selbst liegt etwas abseits und beeindruckt durch ihren Umfang und ihre Höhe. Man kann sich in ihrem Inneren niederlassen und wer seinen Geist öffnet, der kann ebenfalls die Himmelsleiter hinaufsteigen.

Wem diese Idee zu esoterisch anmutet, der kann es sich hier einfach für ein paar Minuten bequem machen und die besondere Stimmung des Ortes genießen. Übrigens liegt Wessobrunn ebenfalls auf dem Jakobsweg.

Drei Bethen Quelle

Diese kleine Quelle an der Würm hat eine besondere Ausstrahlung. Bereits die geschmückten Bäume mit tibetischen Gebetsfahnen machen deutlich, dass diesen Quellen eine besondere Kraft zugesprochen wird. Obwohl vor der Verunreinigung des Wassers gewarnt wird, füllen immer noch Menschen ihre Flaschen ab. Wer glaubt, wird seelig. Wer heilt, hat Recht.

Trotzdem sollte man auch mancherorts den gesunden Menschenverstand einsetzen und Verzicht üben. Mitdenken sollte man beim Besuch an solchen Orten auch dann, wenn es darum geht, Plastikflaschen oder Müll liegen zu lassen oder mitzunehmen, weil auch andere Menschen diesen Ort aufsuchen.

Der Name dieser Quelle steht im Zusammenhang mit einem Votivbild in der Kirche St. Alto in Leutstetten. Dort hängt ein Bild aus dem Jahr 1643, auf dem drei Jungfrauen zu sehen sind. Die Verehrung dieser Dreiheit geht höchstwahrscheinlich auf heidnische Schicksalsgöttinnen zurück.

Anfahrt: Die Quelle lässt sich gut mit einer Radtour oder Wanderung im Würmtal mit dem Leutstettener Moos, der Villa Rustica und der St. Ulrichskirche verbinden.

Der wachsende Felsen

Die steinerne Rinne von Landau.
Die steinerne Rinne von Landau. © LfU Bayern

Bei Landau an der Isar thront ein beeindruckender Fels, der gleichzeitig die größte steinerne Rinne in Deutschland darstellt. Steinerne Rinnen sind besondere Phänomene der Natur, die an kalkhaltigen Quellaustritten erscheinen. Die verschiedenen Kalkformationen entstehen durch Kalk, der im Wasser enthalten ist. Es entstehen Rinnen, in denen das Wasser fließt und weiteren Kalk absetzen. Der Usterlinger Felsen ist mittlerweile zu einer 5 Meter hohen und 40 Meter langen Wand angewachsen, über die noch heute in einer Rinne das Wasser fließt. Wie an vielen Quellen, so findest sich auch hier eine kleine Kapelle. Besondern häufig wird Quellwasser bei Augenleiden eingesetzt.

Anfahrt: Das Geotop befindet sich ca. 3 Kilometer am östlichen Ortsrand von Usterling und liegt direkt am Isarradweg. Es ist vom Bahnhof Landau an der Isar in 6 Kilometern erreichbar.

Lesen Sie auch: Blaublütiger Bergfex - Auf den Spuren von König Ludwig II.

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