Interims-Gasteig in Sendling: Stadt will Parkchaos verhindern

Mit Fahrradabstellplätzen und einem rigiden Parkraummanagement soll das gelingen. Hoffnung setzt die Stadt auch in den ÖPNV.
von  Lukas Schauer
Die geplante Interims-Philharmonie an der Hans-Preissinger-Straße in Sendling.
Die geplante Interims-Philharmonie an der Hans-Preissinger-Straße in Sendling. © Gasteig/gmp Architekten

München - Auch wenn - Stichwort Corona - unklar ist, ob 2021 überhaupt ein normaler Betrieb möglich sein wird: Für den Interims-Gasteigstandort in Sendling will die Stadt ein Parkchaos verhindern. In einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage der CSU-Fraktion hat die Verwaltung nun mitgeteilt, wie der Verkehr gelenkt und geleitet werden soll.

Viele Anwohner und auch der BA befürchten, dass der Standort direkt am Ring das Verkehrsaufkommen in Sendling stark erhöhen wird. Die nächste U-Bahnstation Brudermühlstraße ist rund 700 Meter entfernt - für manch einen womöglich schon zu weit. "Die U3 stellt damit die Haupterschließung dar und hat gerade zu den Veranstaltungsanfangs- und -endzeiten durch den attraktiven Takt ausreichend Kapazitäten für die Gäste des Interim-Standortes", teilte die MVG bereits im Juli mit. Auf AZ-Nachfrage hieß es, eine Taktverdichtung sei nicht geplant.

Die MVG setzt vor allem auf die Buslinie 54. Die Haltestelle Schäftlarnstraße, "die den Standort unmittelbar erschließt, wird in einem dichten Takt von der Metro-Buslinie 54 (Takt 5 zur Hauptverkehrszeit, Takt 10 bis 22 Uhr) angefahren". Eine zusätzliche Busanbindung vom U-Bahnhof Thalkirchen zum Interimsstandort sei  "weniger attraktiv, da diese nur für Fahrgäste aus Richtung Süden kommend ein zusätzliches Angebot schafft, zumal es in Thalkirchen an einer guten Wendemöglichkeit für größere Busse mangelt", so die MVG weiter.  Ein weiterer, zumindest zeitweiser Halt der Linie  X30 soll "nochmal geprüft werden."

Gasteig-Interimsquartier: Radlabstellplätze und Anwohnerparken

Die Stadt setzt neben dem ÖPNV aber auch auf ein rigideres Parkraummanagement - und den Radverkehr. So sind 302 Fahrrad-Abstellplätze und eine MVG-Mietradstation auf dem Interimsgelände vorgesehen. In dem dem Bauantrag zugrunde liegenden Verkehrsgutachten gehen die Planer für Autos von "einem Bedarf von 300 bis 350 Stellplätzen" aus. 198 Parkplätze plant die Stadt in der Garage des Blumengroßmarkts, nutzbar im Zeitraum von 17 bis 24 Uhr. "Vor und nach Abendveranstaltungen ist ein Shuttlebus-Verkehr vom Blumengroßmarkt zum Interimsquartier geplant", so die Verkehrsplaner.

Als weitere Maßnahme zur Vermeidung von zusätzlichem Parksuchverkehr und Parkdruck in der Hans-Preißinger-Straße und vor allem in dem westlich der Schäftlarnstraße gelegenen Wohnquartier wird die Ausweisung von Anwohnerparken ab 18 Uhr in der Hans-Preißinger-Straße (heute freies Parken) sowie in der Urbanstraße (heute Regelung "Mischparken", d.h. freies Parken mit Lizenz und kostenpflichtig für Besucher) empfohlen - über eine Umsetzung ist allerdings noch nicht entschieden.  Sie werden "bis zur Inbetriebnahme des Interimsquartiers des Gasteigs geprüft".