Hetzjagd im Internet: Ayingerin (19) bedroht

Schreckliches Video im Internet: Eine junge Frau wirft Hundewelpen in den Fluss. Jetzt machen sich User auf die Jagd nach der Täterin. Doch sie bedrohen die Falsche.
von  Abendzeitung
Schockierendes Video: Eine junge Frau ertränkt Hundewelpen. Im Internet machen User nun Jagd auf die Unbekannte
Schockierendes Video: Eine junge Frau ertränkt Hundewelpen. Im Internet machen User nun Jagd auf die Unbekannte © Screenshot Facebook

AYING - Schreckliches Video im Internet: Eine junge Frau wirft Hundewelpen in den Fluss. Jetzt machen sich User auf die Jagd nach der Täterin. Doch sie bedrohen die Falsche.

Ein Schock-Video kursiert im Internet. Es zeigt eine blonde Frau in einem rotenKapuzenpullover, die sechs Welpen in einen Fluss wirft. Die Hunde-Babys ertrinken nacheinander – die junge Frau lacht dabei hämisch.

Die Empörung über das 44 Sekunden lange Tierquäler-Video ist riesig, vor allem im Internet. Und in sozialen Netzwerken wird Jagd auf die unbekannte Hunde-Mörderin gemacht. „Findet die Frau, die Welpen in einen Fluss warf“, heißt eine Gruppe auf Facebook, die gestern über 30 000 Mitglieder zählte. Das erste Opfer der digitalen Hetzjagd kommt aus dem Landkreis München. Katja P., eine 19-Jährige aus Aying, so wurde behauptet, sei die Tierquälerin auf dem Video. Ihre Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Anschrift, ihr Alter und die Schule, die sie besucht und sogar ein Porträtfoto wurden im Netz veröffentlicht. Dabei hat Katja P. nichts mit dem dubiosen Video zu tun.

Am Donnerstag rief Katja P. die Polizei um Hilfe. Sie bekam den ganzen Tag über hunderte Anrufe. „Sie wurde beleidigt und man hat ihr mit Mord gedroht!“, sagt Polizeisprecher Peter Reichl und erklärt: „Sie ist hundert Prozent nicht das Mädchen, das auf dem Film zu sehen ist.“ Derzeit hält sich Katja P. an einem geheimen Ort auf und steht unter Polizeischutz. Doch die digitale Hetz-Kampagne kann die Polizei nicht mehr stoppen.

„Dich sollte man ertränken“, „Sie soll leiden wie die Welpen und langsam gefoltert werden!“, „Tötet diese Hure!“ – Unzählige Kommentare wie diese finden sich auf Facebook und alle beziehen sich auf Katja P. Mehr als 3800Mitglieder zählt eine Facebook- Gruppe mit dem Titel „Zieht Katja P. zur Rechenschaft“. Auch dort rief man zum Mord auf. Später wurden Kommentare gesperrt – und die Nutzer gebeten, von weiteren Morddrohungen abzusehen.

Die Münchner Polizei ermittelt nun wegen Beleidigung und Bedrohung und sucht den Facebook-User, der Katjas Kontaktdaten ins Netz gestellt hat.

Sogar Kopfgelder sind mittlerweile für die Ergreifung der Tierquälerin aus dem Video ausgesetzt worden. Die Tierschutz- Organisation Peta soll 2000 Dollar bieten, der Hollywood- Regisseur Michael Bay („Transformers“) sogar 50 000 Dollar. Der Inhaber des youtube- Kontos, auf dem der Film erstmals erschien, soll aus Bosnien stammen. Ein anderes Gerücht sagt, nicht Katja P. sondern eine Kroatin namens Antonia M. könnte die Tierquälerin sein. Ein weiteres Opfer der digitalen Hexenjagd ist sie in jedem Fall.

rke