Gärtnerplatz: OB Reiter kann sich Alkoholverbot vorstellen

An diesem Montag debattiert OB Dieter Reiter mit Verwaltung und Stadtrat über das weitere Vorgehen am Gärtnerplatz. Die Corona-Feiern dort sollen unterbunden werden - das fordert auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger.
von  Lukas Schauer
Beliebter Treffpunkt bei den Münchnern: Der Gärtnerplatz. An schönen Abenden treffen sich hier aktuell Hunderte Menschen.
Beliebter Treffpunkt bei den Münchnern: Der Gärtnerplatz. An schönen Abenden treffen sich hier aktuell Hunderte Menschen. © Daniel von Loeper

München - Ein Runder Tisch für den runden Gärtnerplatz: An diesem Montag treffen sich Stadtverwaltung und -politik, um über das weitere Prozedere am Feier-Hotspot Gärtnerplatz zu beraten.

Vorangegangen waren Forderungen aus dem Stadtrat, die Corona-Feiern an dem beliebten Platz in den Griff zu bekommen - auf Antrag der SPD-Fraktion hatte man sich dann auf das Format des Runden Tisches geeinigt.

Reiter selbst sagte im Vorfeld, er habe Verständnis für die Menschen, die bei schönem Wetter raus wollten. Doch größere Treffen seien in der Corona-Krise kritisch. "Ich kann nicht zusehen, wie sich an Wochenenden regelmäßig Hunderte oder Tausende am Gärtnerplatz treffen, um unter Alkoholeinfluss gegen die Corona-Vorsichtsmaßnahmen zu verstoßen: ohne Maske, ohne Abstände", so der OB.

Reiter kann sich Alkoholverbot vorstellen

Mögliche Abhilfe? "Ich könnte mir ein nächtliches Alkoholverbot vorstellen. Dazu gehört auch, den Verkauf von Alkohol in einem vernünftigen Umkreis um den Platz zu untersagen." Diesen Vorschlag hatte bereits vergangene Woche der Münchner Arzt und Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger in der AZ gemacht.

Und der CSU-Mann will nun Taten sehen: "OB Reiter darf nicht länger wegschauen und dadurch Menschenleben gefährden. Die Münchner erwarten endlich Taten und nicht nur Reden am Runden Tisch", so Pilsinger zur AZ.

Pilsinger: "München darf kein zweites Ischgl werden"

Der Mediziner warnt vor Leichtsinn - gerade bei den oftmals jüngeren Feiernden. "In München haben wir überdurchschnittlich hohe Infektionszahlen besonders bei jungen Menschen. Das liegt auch an mangelnder Vorsicht dieser Personengruppe. München darf kein zweites Ischgl werden. Durch solche Corona-Partys mit internationalem Publikum könnte die Landeshauptstadt Ausgangspunkt für eine zweite Welle werden", mahnt der 33-Jährige.

Was der Runde Tisch nun beschließen wird, bleibt abzuwarten. An Aktualität mangelt es dem Thema jedenfalls nicht: Auch am vergangenen Wochenende war die Polizei mehrfach am Gärtnerplatz im Einsatz. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte schon vor Wochen die Kommunen aufgefordert, den Erlass von Alkoholverboten im öffentlichen Raum zu prüfen. In Bamberg und Nürnberg ist es in Teilen der Altstadt bereits verboten, an den Wochenenden abends Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen.

Lesen Sie hier: Party auf der Leopoldstraße - Tausende Fans feiern das Triple