Flughafen: Betrunkener randaliert, nennt Polizisten "Hitler"

Es war eine harmlose, ja alltägliche Festnahme - bis der Mann auf der Wache war. Dort randalierte der Angetrunkene dann, leistete erheblichen Widerstand und beleidigte die Beamten wüst.
von  AZ
Am Flughafen randalierte ein Volltrunkener. (Symbolfoto)
Am Flughafen randalierte ein Volltrunkener. (Symbolfoto) © Bundespolizei

Es war eine harmlose, ja alltägliche Festnahme - bis der Mann auf der Wache war. Bei der Einreisekontrolle eines Fluges aus Istanbul zogen Bundespolizisten am Donnerstag einen mit Haftbefehl gesuchten bulgarischen Staatsangehörigen aus dem Verkehr. Auf der Wache randalierte der Angetrunkene dann, leistete erheblichen Widerstand und beleidigte die Beamten wüst. Ein erster Atemalkoholtest sollte über 4 Promille ergeben.

München - Der Bulgare war im Juli letzten Jahres vom Amtsgericht Ingolstadt wegen Hausfriedensbruch zu einer Geldstrafe von 200 Euro oder ersatzweise 20 Tagen Haft verurteilt worden. Da der Verurteilte weder die geforderte Geldstrafe bezahlt noch die ersatzweise angeordnete Haft angetreten hatte, schrieb ihn die Staatsanwaltschaft Ingolstadt vier Monate später zur Festnahme aus.

Gestern lief der 40-Jährige bei seiner Ankunft aus Istanbul der Bundespolizei in die Arme. Bundesbeamte nahmen den Gesuchten fest und mit zur Wache. Bis dahin war der Bulgare ruhig. In den Räumlichkeiten der Bundespolizei erwachte er dann zum Leben.

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Randaliert und dabei sich selbst verletzt

Erst behauptete er, die Strafe bereits bezahlt zu haben. Ein Anruf in Ingolstadt sollte ihn aber der Lüge überführen. Dieses Ergebnis gefiel ihm wohl gar nicht. Er telefonierte selbst und wurde immer aggressiver, schrie um sich und beschimpfte die Beamten mit Worten wie "Hitler!".

Schließlich warf er sein Handy an die Wand und holte eine Schnapsflasche aus seiner Tasche. Noch bevor die Polizisten eingreifen konnten, warf er die Flasche gegen eine Glastür, wobei die Scheibe barst und der Bulgare sich an der Hand verletzte.

Also haben die Bundespolizisten ihn unter heftigstem Widerstand gefesselt und einen Arzt gerufen. Der Mediziner versorgte die Wunde und stellte dann die Hafttauglichkeit des 40-Jährigen fest. Als die Beamten einen Atemalkoholtest durchführten, trauten sie ihren Augen kaum: der Bulgare hatte über 4 Promille.

Da der Festgenommene die vom Ingolstädter Richter geforderte Geldstrafe nicht bezahlen konnte, lieferten die Bundesbeamten den Mann in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim ein.

Außerdem muss er sich jetzt abermals vor der deutschen Justiz verantworten, und zwar wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung.