Münchner Weinbar "Kleines Kameel": Wenn aus Stammgästen Wirte werden

Stefan Aumaier und Georg Weber haben im "Kleinen Kameel" gerne mal ein Glaserl getrunken, jetzt bestimmen sie Wein und Speisekarte selbst.
von  Annette Baronikians
Prost  - auf ihr Weinbar-Bistro Kleines Kameel: Das neue Wirte-Duo Georg Weber (l.) und Stefan Aumaier stößt im Hofgraben miteinander an.
Prost - auf ihr Weinbar-Bistro Kleines Kameel: Das neue Wirte-Duo Georg Weber (l.) und Stefan Aumaier stößt im Hofgraben miteinander an. © Annette Baronikians

München - So ganz, scheint es, können die beiden es selbst noch nicht glauben – dass sie jetzt tatsächlich Münchner Wirte sind, noch dazu in recht prominenter Lage.

"Das ist schon ein Traum", sagt Stefan Aumaier (38) und sein Kompagnon Georg "Schorsch Weber (40) fügt nicht minder gut gelaunt hinzu: "Ein wahr gewordener!" Seit ein paar Wochen sind die beiden Freunde und Gastro-Profis, die sich vor 19 Jahren bei der Arbeit (Küche und Service) im Hotel Königshof kennengelernt hatten, die Chefs der hübschen Bistro-Weinbar "Kleines Kameel" im Hofgraben: mitten in der City und doch ein wenig versteckt zwischen Staatsoper und Marienhof.

Kleinod in Bestlage

Dort gab es jetzt quasi eine Stab- beziehungsweise Löffelübergabe von einem befreundeten Duo zum nächsten: Die bisherigen Kameel-Wirtinnen Irene Scopel und Lisa Strauss verabschiedeten sich nach fast fünf Jahren, um am Platzl das Restaurant Alfons (von Namensgeber Schuhbeck) zu übernehmen. Weber und Aumaier waren im Kleinen Kameel Stammgäste, auf der Suche nach einem gemeinsamen Gastro-Objekt – und so fügte sich schließlich eins zum anderen.

Besonderer Schinkengenuss: gereift im Rotweinfass und hauchdünn geschnitten von Küchenchef Georg Weber.
Besonderer Schinkengenuss: gereift im Rotweinfass und hauchdünn geschnitten von Küchenchef Georg Weber. © Annette Baronikians

Im beliebten, mit rund 30 Plätzen wahrlich Kleinen Kameel wurde am bewährten Weinbar-Konzept mit gemütlicher Atmosphäre nicht groß gerüttelt. "Unsere Vorgängerinnen haben es doch hervorragend gemacht. Wir drücken dem Kleinen Kameel nur unseren eigenen Stempel auf", sagt der sympathisch bescheidene Spitzenkoch Schorsch Weber, der seit zehn Jahren in Gmund am Tegernsee auch Pächter des Bilderbuch-Gasthauses Jennerwein ist: hochgelobt von sämtlichen Gastro-Instanzen.

Alpenländisch-mediterrane Spezialitäten

So gibt es im "Kleinen Kameel" jetzt nicht mehr vor allem italienische Spezialitäten, sondern Webers alpenländisch-mediterrane: von lauwarmem Ziegenkäse mit Feige, Pistazien und Co. (14,90 Euro) über raffinierte Trüffelnudeln (24,90 Euro) bis zu Marillenknödeln mit Bröselbutter (8,90 Euro).

Wie eh und je kommen viele Gäste auch nur auf einen Espresso (2,40 Euro) oder das ein oder andere Glas Wein oder Champagner. Der Sauvignon Blanc (0,1 l für 4,90 Euro) stammt vom Weber-Familienweingut in der Pfalz.

Klein, aber fein

Wie das Bistro mit seinen cremefarbenen Ledersofas und unzähligen silbernen Kugeln an der Decke, so ist auch die Speisekarte klein und fein. Ergänzt wird sie durch vier bis fünf günstige Tagesgerichte und einige weitere am Abend.

Mittags empfiehlt es sich, auch beim neuen Wirte-Duo schon wieder zu reservieren. Das "Kleine Kameel" – es brummt.


Hofgraben 3, Mo-Sa 11-24 Uhr, Tel. 24291999

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