Heimspiel für den Wirt: Neue Spezl in Sendling

Die Spezlwirtschaft ist in die Implerstraße gezogen. Ein Heimspiel für den Wirt.
von  Jasmin Menrad
Die Spezlwirtschaft an der Ecke zur Oberländerstraße.
Die Spezlwirtschaft an der Ecke zur Oberländerstraße. © Bernd Wackerbauer

München - Die Spezl von Philipp Hanrieder sind tätowiert und haben ein Kind um den Bauch gewickelt – oder sie sind Rentner in Jeans und Karohemd, manche sind selbst in der Gastronomie tätig oder Hausfrauen. Und es werden immer mehr Spezl.

Denn am Donnerstag hat Philipp Hanrieder seine neue Spezlwirtschaft in Sendling eröffnet. Weil der Wirt zwei Straßen weiter aufgewachsen ist, kommen auch viele alte Freunde und die Familie. Die Spezlwirtschaft im Zerwirk-Gebäude in der Altstadt war eine Institution, hier mischten sich Hipster mit Altmünchnern und Touristen. Jetzt will Hofbräu das Gebäude, in dem auch der zur Spezlwirtschaft gehörige Club Crux war, selbst nutzen.

Spezlwirtschaft: Hausgemacht, regional und meist bio

Ende März wäre Schluss gewesen. Corona hat Hanrieder die Abschlussfete vermasselt. Bei Kaasspatzen (13,50 Euro) und Löwenbräu (3,40 Euro) bedauert der Wirt, dass er es auch zur Eröffnung nicht krachen lassen kann. "Ohne Corona hätte ich DJs geholt und eine Blockparty veranstaltet.“

Leiser ist’s am Donnerstag und trotz Ellenbogen-Begrüßung nicht weniger herzlich. Hanrieder möchte eine Viertelkneipe sein. Den Bierpreis hat er von 4,20 Euro in der Altstadt auf 3,40 Euro für ein Helles gesenkt. Es gibt Rahmfleckerl (5,50 Euro), Backhendl (14,80 Euro) und Wiener Schnitzel mit hausgemachten Pommes oder Erdäpfelkas (19,50 Euro) von Küchenchef Simon Deil – hausgemacht, regional und meist bio. Wer’s schnieker mag, probiert 300 Gramm Lende vom Rind mit Pommes, Ofengemüse und Kräuter-Meerrettich-Pesto (32 Euro).

Die Karte gleicht fast der in der Haidhauser Dependance in der Pariser Straße und wie dort wird es eine Wochenkarte geben. "Ich habe jetzt nur mehr vegetarische und vegane Gerichte“, sagt Hanrieder.

Stammgäste werden sich im Gastraum wohlfühlen

Hanrieder ist seit 2019 Sommelier. 25 Positionen von deutschen, österreichischen und norditalienischen Winzern umfasst die Karte, auch Naturweine sind darunter "Als der Shutdown kam, haben wir alles zu Geld gemacht, was wir an Wein hatten. Aber wir starten jetzt solide“ sagt Hanrieder.

Die Spezlwirtschaft an der Ecke zur Oberländerstraße.
Die Spezlwirtschaft an der Ecke zur Oberländerstraße. © Bernd Wackerbauer

Der Hauswein ist ein Blaufränkischer (0,1 Liter, 3,80 Euro) von Karl Haidle aus Württemberg. "Das ist die nächstgelegene Weinregion zu München. Der Winzer rappt sogar“, sagt Hanrieder.

Stammgäste werden sich im Gastraum wohlfühlen – denn das Mobiliar aus der Altstadt ist nach Sendling umgezogen. Ein von den Wirten selbst verlegter Eichen-Parkettboden, anthrazitfarbene Farbakzente und viel Licht bestimmen das Ambiente. Auf 100 Quadratmetern können bis zu 80 Plätze eingedeckt werden. Jetzt werden es vorerst nur 50 sein. Im Außenbereich kommen noch weitere 40 Plätze dazu.

Im Herbst will Hanrieder mit seinem Partner Robert Lorenz auch den Straßenverkauf starten – was nicht heißt, dass die neuen Spezl nicht auf einen Ratsch stehenbleiben dürfen.


Implerstraße 47, Corona-Öffnungszeiten: Di bis Sa 16-22 Uhr

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