Kommentar

Ende der Impfpriorisierung: Unnötig und falsch

AZ-Lokalchefin Sophie Anfang über den Impffortschritt und Impfversprechungen.
von  Sophie Anfang

Impfungen für alle und das schon ab Juni! Nun zeigt sich, was dieses Versprechen von Söder und Spahn gewesen ist: eine reine Luftnummer und eine unlautere noch dazu!

Dass bei Haus- und Betriebsärzten eine Priorisierung hinderlich ist, ist einzusehen. Die Impfzentren in diese Rechnung mit aufzunehmen, war unnötig und falsch. Schon vor Wochen war absehbar, dass nicht plötzlich ein Impfstoffüberschuss vom Himmel fällt.

Dass man den wenigen vorhandenen Stoff in diesen Wochen dafür braucht, um die anstehenden Zweitimpfungen
durchzuführen - um das vorauszusehen, hätte es nicht einmal eines Taschenrechners bedurft. Die Ankündigung der Impfungen für alle war nichts weiter als ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver, das jetzt mit leisesten Tönen - und ohne medienwirksame Söder-Fernsehansprache - wieder rückgängig gemacht wird.

Dieser Polit-PR-Gag hat völlig ohne Not Menschen mit Vorerkrankungen in Stress versetzt. Diejenigen, die bei ihrem Hausarzt nicht drankommen - oder die keinen haben. Menschen, die in Firmen ohne Betriebsarzt arbeiten. Sie alle dürfen zurecht erbost sein.